STECKBORN: Ein Plus und weibliche Verstärkung

Die Raiffeisenbank Untersee-Rhein steigerte ihren Gewinn um 2,1 Prozent. Das bleibt aber nicht die einzige Neuigkeit, denn in der 100-jährigen Geschichte der Bank übernimmt erstmals eine Frau das Präsidium.

Viola Stäheli
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Die Bank lädt ein, die Genossenschafter kommen: die Steckborner Feldbachhalle während der Raiffeisen-Generalversammlung. (Bild: Andrea Stalder)

Die Bank lädt ein, die Genossenschafter kommen: die Steckborner Feldbachhalle während der Raiffeisen-Generalversammlung. (Bild: Andrea Stalder)

Viola Stäheli

unterseerhein

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thurgauerzeitung.ch

501 Genossenschafter sind am Samstagabend in der Feldbachhalle in Steckborn anwesend und warten darauf, dass der Präsident des Verwaltungsrates, Hanspeter Weder, das Wort ergreift. Es wird das letzte Mal sein, dass Weder die Generalversammlung der Raiffeisenbank Untersee-Rhein eröffnet. Umso mehr freut er sich, den Anwesenden positive Zahlen zu präsentieren: «Das Jahr 2016 war von einigen Tur­bulenzen geprägt.» Es hätte aber auch schlimmer kommen können, denn die Schweiz erlebte keine Rezession. Trotzdem verweist Weder auf den starken Franken und den Einkaufstourismus, der nach wie vor ein heiss- diskutiertes Thema bleibt. «Kaufen Sie unbedingt hier in der Region ein, sonst sieht man sich nur noch im Internet», sagt er mit Schalk in den Augen.

Hypothekargeschäft bleibt das Kerngeschäft

Trotz angespannten Wirtschaftsumfelds stieg der Jahresgewinn der Raiffeisenbank um 2,1 Prozent auf 636303 Franken. Die Bank setzt damit ihr Wachstum fort, wenn auch nicht mehr gleich ausgeprägt. Hypothekarausleihungen und Kundengelder sind ebenfalls gestiegen. Nach wie vor kann der überwiegende Teil der Ausleihungen mit den Kundengeldern refinanziert werden, somit konnte ein ausgewogenes Verhältnis beibehalten werden. Das Kerngeschäft der Raiffeisenbank bleibt das Hypothekargeschäft. Die Bilanzsumme beträgt neu 553 Millionen Franken. Leicht zurückgegangen ist die Mitgliederzahl: 2016 lag die Zahl bei 6003, 2015 betrug sie 6011. Die Bank erhofft sich, trotz des bereits hohen Niveaus, künftig noch mehr Mitglieder für sich ­gewinnen zu können.

Die Genossenschafter nahmen die Jahresrechnung an. Ebenfalls sprach sich die Mehrheit für die Senkung der Verzinsung der Anteilscheine von sechs auf drei Prozent aus. Dies geschah im Hinblick auf die für den Herbst 2017 vorgesehene Mehrfachzeichnung.

Zwei Frauen für zwei wichtige Posten

Bei der Raiffeisenbank Untersee-Rhein stehen aber noch weitere Veränderungen an: Die Genossenschafter wählten Carol Lang-Ruetsch aus Rheinklingen zum neuen Mitglied des Verwaltungsrates. Lang-Ruetsch hat ein Jura-studium abgeschlossen und war in verschiedenen Funktionen bei Banken im Bereich des Rechtsdienstes tätig.

Eine noch wichtigere Rolle übernimmt aber Karin Sigrist aus Stein am Rhein. Sie ist die Nachfolgerin von Hanspeter Weder. Eigentlich wollte Weder noch nicht in diesem Jahr zurück­treten, allerdings hat er sich aus ­gesundheitlichen Gründen doch vorzeitig zu diesem Schritt entschieden. 15 Jahre war Weder der VR-Präsident. Für seine langjährige Arbeit erhielt Weder Lob von allen Seiten. «Bei der nächsten GV werde ich auf jeden Fall in der ersten Reihe sitzen und Fragen stellen», versichert er.

Karin Sigrist war bisher bereits VR-Mitglied, besitzt ein abgeschlossenes Jurastudium und führt derzeit als Stadträtin das Finanz- und Immobilienreferat von Stein am Rhein. Sie freut sich auf ihre neue Aufgabe. Ihre Wahl geht in die Geschichte der Raiffeisenbank ein – sie ist die erste Präsidentin in hundert Jahren.