Steckborn diskutiert Stadtanalyse

Das Netzwerk Altstadt hat Steckborn unter die Lupe genommen. Die Resultate haben rund 70 Interessierte am Mittwochabend diskutiert. Eine Projektgruppe soll ab nächstem Jahr die Arbeit aufnehmen.

Gudrun Enders
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STECKBORN. Den Steckbornern liegt ihr Städtchen am Herzen. Doch die Altstadt wird – wie viele andere Altstädte – durch den Aderlass im Detailhandel gebeutelt. Dieser Entwicklung hat sich das Netzwerk Altstadt angenommen. Rund 40 Städte haben sich diesem Netzwerk angeschlossen, um diese unaufhaltsame Entwicklung in gute Bahnen zu lenken. Der Steckborner Stadtrat hat bei diesem Netzwerk eine Analyse in Auftrag gegeben.

Die Ergebnisse wurden Ende September Vertretern von Interessengruppen vorgestellt. Das Lokalfernsehen zeichnete die Veranstaltung auf. Nun zeigte der Stadtrat am Mittwochabend allen Interessierten den Mitschnitt. Anschliessend wurde diskutiert.

Ein Bündel Ideen erwünscht

Etwa 70 Interessierte hatten sich in der Aula des Sekschulhauses eingefunden. Die Verständnis- und Sachfragen klärte Stadtrat Gregor Rominger: Die Arbeitsgruppe soll Anfang kommenden Jahres starten. «Wir budgetieren 35 000 Franken dafür und die Stimmbürger müssen erst noch darüber befinden», erklärte Rominger den Zeithorizont. Ein Fachmann wird die Gruppe methodisch begleiten. Der Kontakt zum Netzwerk und damit zu den Erfahrungen, die 40 Städte schon gesammelt haben, soll hergestellt werden. Grob geschätzt wird sich die Arbeitsgruppe zu zehn Sitzungen treffen, um im Herbst ihre Nutzungsstrategie zu präsentieren. Darin können oder sollen ein ganzes Bündel an Ideen untergebracht sein.

Bürger sagen, was sie wollen

Intensiv diskutiert wurde, wie sich vermeiden liesse, dass sich die Gruppe in Traumschlössern verliert. Stadtpräsident Roger Forrer gab Hinweise, was sich der Stadtrat erhofft: «Wir haben die Sanierung von Plätzen und Gassen zurückgestellt. Sollen wir die Parkplätze vor dem alten Rathaus aufheben, damit man dort im Sommer Glacé essen kann?» Oder sind eben diese Parkplätze unverzichtbar. Ein Fahrverbot in der Kirchgasse könnte die alte Hauptachse zwischen Rathaus und Kirche für Passanten beleben. «Wird das überhaupt gewünscht?»

Freiwillige, die in der Projektgruppe mitarbeiten wollen, melden sich bis Ende Oktober bei der Stadtverwaltung.