STECKBORN: Bald schwingt die Abrissbirne

Nach langem Hin und Her sollen im Januar die Rückbauarbeiten auf dem Lindenareal beginnen. Trotzdem gibt es für die Verantwortlichen der Wohnbaugenossenschaft Linde noch Baustellen.

Samuel Koch
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Noch steht das Polizeigebäude an der Frauenfelderstrasse. (Bild: Donato Caspari)

Noch steht das Polizeigebäude an der Frauenfelderstrasse. (Bild: Donato Caspari)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Was lange währt, wird endlich gut. Nach diesem Motto will die Wohnbaugenossenschaft (Woba) Linde endlich die Ziellinie der Planungsphase überschreiten und Taten folgen lassen. Noch im vergangenen August zeigte sich Woba-Präsident Gregor Rominger erfreut darüber, wie sportlich die Planungsphase umgesetzt wird. «Wir waren damals wohl etwas zu enthusiastisch, sind aber weiterhin zuversichtlich», meint Rominger nun. Noch im Juni lehnte das Stimmvolk ein städtisches Darlehen über zehn Millionen Franken ab, was rund einem Drittel der Projektgesamtsumme entspricht. Für knapp 30 Millionen Franken plant die Woba auf dem zentral gelegenen Lindenareal vis-à-vis der Schulanlage Hub eine vierteilige Überbauung für altersdurchmischtes Wohnen.

Wenn für die Woba Linde alles glatt geht, beginnen im Januar die Abbrucharbeiten. «Diese Bewilligung hat uns die Gemeinde bereits erteilt», sagt Rominger. Noch vor Weihnachten mit dem kompletten Rückbau samt jetzigem Polizeiposten für knapp 230000 Franken zu starten, macht laut Rominger aber keinen Sinn. Denn noch ist die entscheidende Post aus Frauenfeld bei der Gemeinde nicht eingetroffen. In den kommenden Tagen und Wochen soll vom Kanton definitiv grünes Licht für den Gestaltungsplan gegeben werden und damit die endgültige Baubewilligung erfolgen. Obwohl sich die Prüfung verzögert, zeigt sich Rominger zuversichtlich, dass dann bautechnisch «alles verhebet».

Schwierigkeit bei Verhandlungen mit Banken

Nebst der noch fehlenden Baubewilligung bleibt die Finanzierung «die zweite Baustelle», wie es Rominger bezeichnet. Im August kommunizierte die Woba, dass ein Drittel der Gesamtkosten durch zugesagte Darlehen in trockenen Tüchern sei. «Das ist weiterhin der Fall, Namen der Privatinvestoren kommentieren wir allerdings nicht», sagt er. Noch laufen Gespräche mit Banken. «Die Verhandlungen sind zwar hart», weiss Woba-Präsident Rominger. Es sei schwierig, die Banken zu überzeugen, «wir nähern uns aber Stück für Stück». Die Banken würden mehr Kapital verlangen, worin die Krux liegt. «Solange die Arbeiten an der Überbauung nicht losgehen, kann die Woba den Besitzern der Anteilsscheine keine Rechnungen verschicken, und das Geld nicht in Arbeitsaufträge stecken.» Diese Unsicherheit wiederum löst bei möglichen Käufern von Wohnungsanteilsscheinen keinen Grossandrang aus. «Wir spüren eine gewisse Verunsicherung im Städtchen», sagt Rominger.

Um die Finanzierung voranzutreiben, lässt die Woba sämtliche Bereiche nochmals überprüfen. «Wir wollen die letzten Sparmöglichkeiten ausschöpfen», sagt Rominger. Dem seien aber Grenzen gesetzt, denn durch den Auftrag der Gemeinde für das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb 2015 sind klare städtebauliche Vorgaben umzusetzen. Im Gegensatz zur definitiven Finanzierung ist sicher, dass die Mitarbeiter der Kantonspolizei Thurgau bereits diese Woche aus ihrem Polizeiposten aus der Frauenfelderstrasse zügeln (siehe Kasten).

Es ist vorgesehen, dass der Posten ins Lindenareal zurückkehrt, sobald der Bau fertiggestellt ist. Ebenso wurden in den vergangenen Wochen verschiedene Mietverträge mit Gewerbetreibenden unterschrieben, so etwa mit Anbietern im Gesundheitswesen.