STECKBORN: Alfred Muggli kündigt Rücktritt an

Bis Sommer sollten die Bauarbeiten im Turmhof-Bezirk abgeschlossen sein. Auf die feierliche Einweihung im August hin wird der Stiftungspräsident sein Amt einem Nachfolger übergeben.

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Er wolle die Einweihung des renovierten Turmhof-Bezirks noch erleben und dann zurücktreten. Diese Worte des Präsidenten Alfred Muggli hatten die Stiftungsräte in letzter Zeit dann und wann gehört. Nun ist es schriftlich im Jahresbericht 2017: Per 18. August 2018 ist Schluss als Präsident. Die Amtsmüdigkeit ist nicht nur altersbedingt: Alfred Muggli, seit Ende 2011 Präsident der Stiftung Turmhof, musste sein Schiff durch klippenreiche Gewässer steuern. Dabei entstanden Schäden, deren Folgen noch heute namentlich die Finanzen der Stiftung belasten.

Millionen von Subventionen fehlen nun

Wegen Einsprachen musste das ehrgeizige Umbau-Projekt und damit die Architekturplanung grundlegend verändert werden. Dies hatte zur Folge, dass die ursprüngliche Vision eines Kultur-Bezirks grossenteils auf der Strecke blieb und die damit verbundenen Aussichten auf Subventionen und Sponsoring in Millionenhöhe sich in Luft auflösten. Über all dies ist hinreichend und kontrovers berichtet worden. Die Stiftung hat nun in einem denkwürdigen Kraftakt und mit einem Budget von über fünf Millionen Franken begonnen, den Turmhof und die umliegenden Liegenschaften in einen zauberhaften Wohnbezirk zu verwandeln, mit dem Heimatmuseum, das im Juni nach zweijähriger Schliessung in renovierten Räumen seine Pforten wieder öffnen wird. Ein halbes Dutzend Kulturveranstaltungen werden wie bisher über den Sommer im Foyer und auf dem Platz des Turmhof-Bezirks stattfinden. Bereits ist ein erster Mietvertrag abgeschlossen, und weitere Interessenten stehen auf der Matte.

Jahresrechnung im Zeichen der Baukosten

Am Dienstag hielt der Stiftungsrat seine Jahresversammlung ab, wobei neben Alfred Mugglis Rücktritts-Ankündigung namentlich die Berichte der Bau- und der Finanzkommission von Interesse waren. Max Arnold, Präsident der Baukommission, äusserte sich in seinem Bericht zufrieden und dankbar für die zielstrebige Zusammenarbeit aller Beteiligten, der Architekten, der Bauhandwerker, des Steckborner Bauamtes, der Denkmalpflege, der Archäologie bis hin zur Stiftung Ortsbild mit der Baukommission der Stiftung. Ausführlich berichtete Arnold über den Gang der Arbeiten. Die gegenwärtige Kälteperiode wirke sich vor allem auf die Arbeiten an der Fassade verzögernd aus, doch sollten ab Mai die ersten Mietobjekte bezogen werden können. Umbau, Renovation und Restauration alter Bausubstanz sind ein tückisches Geschäft, weil jederzeit unvorhergesehene Schäden oder Schwächen zum Vorschein kommen können. Damit in diesem Umfeld ein Budget über so viele Einzelbaustellen eingehalten werden kann, braucht es Erfahrung und Flexibilität. Der jetzige Stand der Arbeiten gibt zu einiger Zuversicht Anlass.

Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die finanzielle Lage der Stiftung, wie Heinz Kasper, Präsident der Finanzkommission, in seinem Bericht schreibt, «aufgrund der Bautätigkeit sehr angespannt» ist. Da lediglich 175000 Franken an Spenden eingegangen und an Beiträgen aus dem Natur- und Heimatschutzgesetz 646000 Franken zu erwarten sind, muss die Stiftung das Projekt mit Hilfe einer Hypothek von zweieinhalb Millionen, einem Darlehen der Stadt Steckborn von 1,35 Millionen und Eigenmitteln von knapp dreiviertel Millionen Franken stemmen. (red/hil)

In den nächsten Tagen wird der Jahresbericht 2017 auf der Homepage der Stiftung unter www.turmhof.ch im Wortlaut aufgeschaltet.