STECKBORN: Aktiv auch im Alter

Das Städtchen erarbeitet ein Alterskonzept. Aktuell werden dafür Ideen zusammengetragen. In einer Kommission, für die noch Interessierte gesucht werden, prüft die Gemeinde deren Umsetzung.

Judith Meyer
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Höheres Alter hindert nicht daran, Tennis zu spielen. (Bild: Christof Schürpf/Keystone)

Höheres Alter hindert nicht daran, Tennis zu spielen. (Bild: Christof Schürpf/Keystone)

Judith Meyer

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

«Eigentlich haben wir schon einiges zu bieten für ältere Menschen», meint Stadtpräsident Roger Forrer. Nun wollten sie aber alle Angebote zusammentragen und mit Hilfe einer Kommission den Ist-Zustand analysieren.

Vor mehr als einem Jahr kam an einer Gemeindeversammlung der Gedanke eines Alterskonzepts für Steckborn auf – wie es vielerorts im Kanton gang und gäbe ist. Die Gemeinde nahm die Idee aus der Bevölkerung auf. Zusammen mit der Bekanntgabe, ein Alterskonzept zu erarbeiten, gab es auch einen Aufruf an die Bevölkerung, sich bei Interesse für eine Kommission zu melden. Jetzt steht der Startschuss mit der Bildung einer Kommission und dem ersten Treffen kurz bevor. «Am 7. August werden wir das erste Mal zusammenkommen und die Aufgaben sinnvoll verteilen», sagt Forrer. Für ihn erfreulich haben sich bisher sowohl Einheimische als auch Neuzugezogene gemeldet. Das vorhandene Fachwissen sei also sehr wertvoll und verschieden geartet. Im Moment besteht die Kommission aus acht Personen und dem Kommissionspräsidenten Forrer. Eine Lehrtochter der Stadt übernimmt die Schreibarbeiten. «Im Moment haben wir keine externen Spezialisten für die Arbeit eingesetzt, aber im Verlaufe der Konzeptbildung wird sich zeigen, ob es noch solche braucht», meint Forrer.

Fitnesspark, mehr Jassen oder mehr Kirchenangebote?

In einer ersten Phase geht es darum, das schon vorhandene Angebot für ältere Menschen in Steckborn zu erkennen. «Wir haben das Alters- und Pflegeheim in Steckborn, die Spitex und viele Freizeitangebote für Senioren der Kirchen und Vereine», sagt Forrer.

In einer zweiten Phase geht es dann darum, herauszufinden und zu definieren, wo noch Entwicklungs- oder Optimierungsbedarf besteht. «Vielleicht sehen wir dann, dass zum Beispiel ein Fitnesspark für ältere Bewohner eine Idee wäre oder die Optimierung des Fahrdienstes oder dass der Jassnachmittag öfters stattfinden sollte oder dass die ältere Bevölkerung gerne mehr ökumenische Angebote der Kirchen möchte.» Wichtig sei, den Ideen freien Lauf zu lassen, um dann die Realisierbarkeit zu prüfen. Am Ende der Ideensuche soll laut Forrer ein Kontrollorgan innerhalb der Kommission eingesetzt werden, welches eine mögliche Umsetzung prüft und auch schaut, warum etwas nicht realisiert werden kann.

«Viele Ältere wissen nicht, was es alles gibt»

Als weitere Idee stehen Tagesheime oder Tagesstätten im Raum, mit denen kranke Menschen und deren pflegende Angehörigen mit halb- oder ganztägigen Aufenthalten entlastet werden. Dieses Angebot wird vom Kanton mit einer Anschubfinanzierung gefördert. Und für Forrer würde diese Idee nicht das bestehende Betreuungsangebot des Altersheims Steckborn konkurrenzieren. Wichtig ist Forrer vielmehr, dass die Kommission ein breites Spektrum an Perspektiven gewinnt. So können Menschen mitarbeiten, die bereits im Sektor Altersbetreuung, im Bereich Kirche tätig sind oder sich in der gemeinnützigen Arbeit engagieren. «Für eine gute Arbeit ist entscheidend, dass jeder sein Ressort hat, aber auch, dass wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig über die Schultern schauen», sagt Forrer zu einer idealen Kommissionsarbeit für das Alterskonzept. «Ein Konzept ist darum sinnvoll, weil die Menschen immer älter werden, viele aber nicht wissen, was es an Angeboten gibt», bringt es Forrer auf den Punkt. «Vor allem diejenigen nicht, die später in die Gemeinde zugezogen sind.»