Station machen im Bahnhof

MANNENBACH. Im Bahnhof Mannenbach eröffnet am Ostersonntag um 13 Uhr erstmals die «Station einzigartig». In dem Gebäude betreibt Karin Länzlinger-Keller aus Kesswil nun ein Bistro samt Kiosk. Zudem vermietet sie zwei Ferienwohnungen.

Gudrun Enders
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Früher Wartesaal, heute Bistro: Karin Länzlinger-Keller sitzt in ihrer neuen «Station einzigartig» bei einer Tasse Kaffee. (Bild: Reto Martin)

Früher Wartesaal, heute Bistro: Karin Länzlinger-Keller sitzt in ihrer neuen «Station einzigartig» bei einer Tasse Kaffee. (Bild: Reto Martin)

Am ehemaligen Billettschalter werden Süssigkeiten verkauft. Im alten Wartesaal geniessen die Bistro-Gäste künftig Kaffee, selbstgebackenen Kuchen und den Blick auf den Untersee. «Der Ausblick ist der Hammer», sagt Karin Länzlinger-Keller aus Kesswil. Er war mit ein Grund, weshalb sich Ehepaar Länzlinger schon seit sieben Jahren für den Bahnhof Mannenbach interessiert. Nun klappte der Kauf im dritten Anlauf. «Jetzt passt es viel besser», findet Karin Länzlinger.

Stammgäste nimmt sie mit

Ende Juli vergangenen Jahres erwarb die Firma ihres Mannes den Bahnhof von Vorbesitzer Rainer Begemann aus Salenstein. «Der Preis bleibt ein Geheimnis», sagt Länzlinger auf Nachfrage. Sie ist Mieterin bei ihrem Mann. Im Oktober schloss sie nach acht Jahren ihren Laden «Blumenbett» in Kesswil und im November machte sie das Thurgauer Wirtepatent. Ein kleines Ferienhaus und drei Gästezimmer gehörten schon zu ihrem Geschäft in Kesswil, auch die gab sie mit dem «Blumenbett» auf. Stammgäste nimmt Karin Länzlinger nun nach Mannenbach mit, denn dort bietet sie nun zwei Ferienwohnungen an. Im Winter mieten sich Handwerker ein, während der Saison geniessen Touristen das Ambiente.

Das besondere Ambiente

Ambiente ist ein wichtiges Stichwort. «Es darf schön sein», lautet die Devise der neuen Bistro-Betreiberin. Die gelernte Erzieherin arbeitete 20 Jahre als Floristin. Ihre Deko wird im Bahnhof Mannenbach ab Tisch verkauft. Besondere Tassen, Bodensee-Heimweh-Tee aus dem eigenen Garten und regionale Spezialitäten finden sich bei ihr. Ihre Karte wird klein, aber speziell sein. Neben selbstgemachten Kuchen bietet sie Brötli fürs Arbeiter-Znüni und ein Menu am Mittag an. Aus dem Dorf und von den Handwerkern erhielt Karin Länzlinger-Keller schon viel Zuspruch. «Endlich geht wieder einmal etwas auf, nachdem so viele Beizen in Fruthwilen, Salenstein und Ermatingen geschlossen haben», sagt Elektromonteur Hanspeter Schenk aus Ermatingen.

Die neue Bistro-Betreiberin wird unterstützt durch eine Mitarbeiterin, zudem stehen Aushilfen auf Abruf bei gutem Wetter parat. Denn der Untersee-Veloweg führt am Bahnhof vorbei, auch das Kursschiff legt in der Nähe an. Auch Urs Rickenbach, der den Dorfladen schräg gegenüber betreibt, freut sich über das neue Bistro. Er hofft auf zusätzliche Kunden. Rickenbach formuliert es anders: «Im Moment haben wir noch Geld, um unser Hobby Dorfladen zu betreiben.»

www.station-einzigartig.ch

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