Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Startschuss für Rechenzentrum

Das Rechenzentrum des Finanzdienstleisters Swift in Diessenhofen wird im Laufe des ersten Halbjahres 2013 schrittweise den Betrieb aufnehmen. Hier sollen bis zu 20 Millionen Finanztransaktionen pro Tag abgewickelt werden.
Dieter Ritter
Sieht aus wie ein Knast: Optisch macht Swift nicht viel her, imagemässig ist es für Diessenhofen positiv. (Bild: Dieter Ritter)

Sieht aus wie ein Knast: Optisch macht Swift nicht viel her, imagemässig ist es für Diessenhofen positiv. (Bild: Dieter Ritter)

DIESSENHOFEN. Swift steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications. Sobald die Erprobung und Sicherung der Abläufe abgeschlossen ist, wird Swift in Diessenhofen durchschnittlich 15 Millionen Finanztransaktionen pro Tag abwickeln. An Spitzentagen können es bis zu 20 Millionen sein. Mehr als 10 000 Kunden in 212 Ländern vertrauen der Swift ihren weltweiten Zahlungsverkehr an.

Diessenhofen sei als Standort unter anderem deshalb ausgewählt worden, weil es als Schweizer Gemeinde ein Höchstmass an wirtschaftlicher und politischer Stabilität biete, erklärte die Pressestelle der Swift auf Anfrage. Der Bau des Zentrums kostete rund 50 Millionen Franken. Darüber hinaus seien weitere Investitionen für die Infrastruktur und die Datenverarbeitungsanlagen erforderlich.

Kein Geldsegen

Das neue Rechenzentrum beschäftigt etwa 20 Mitarbeiter, viele davon im Schichtbetrieb. Es sind Leute mit speziellen technischen Fähigkeiten im Einsatz, und es braucht Spezialisten für Sicherheit und Überwachung.

Swift ist eine nicht gewinnorientierte Genossenschaft. Genossenschafter sind Finanzinstitute der ganzen Welt. «Diessenhofen und der Kanton Thurgau werden steuerlich nicht gross profitieren», schreibt finews.ch, das Intranet der Schweizer Finanzbranche. «Es wird kein Geldsegen, aber dank Steuerausscheidung fallen auch für Diessenhofen Steuern an», bestätigte Stadtammann Walter Sommer. Er erklärte, dass einige Swift-Mitarbeiter in Diessenhofen wohnen, was zu weiteren Steuereinnahmen führe.

Die Sicherheitsvorgaben sind extrem. Eine externe Pressestelle entscheidet, was über Swift veröffentlicht werden darf. Das Personal darf keine Auskünfte geben. Die Daten der Swift-Rechenzentren in Holland, USA und Diessenhofen werden gegenseitig gespiegelt, das heisst, die Transaktionen werden mehrfach gebucht.

Sicherheit vor Schönheit

Die sichtbaren Bauten sind nur ein Teil. Die Technik wurde grösstenteils unterirdisch installiert. Der Zutritt ist mechanisch und elektronisch abgesichert. Umzäunung, Kameras und Freiflächen um die Bauten spiegeln das Bedürfnis nach Geheimhaltung und Sicherheit. So muss sich die Anlage in Medien und auf der Strasse Beschreibungen gefallen lassen wie «sieht aus wie ein Knast» oder «Guantánamo». Die Swift liess alle offenen Flächen bepflanzen und lässt sie durch einen Landschaftsgärtner bewirtschaften.

Bis heute besteht jedoch kein Sichtschutz. «Es wird noch eine Zeit dauern, bis die Pflanzen das volle Wachstum erreicht haben», begründet die Pressestelle den heutigen Zustand. Der Stadtrat von Diessenhofen habe das Problem erkannt, sagte Armin Jungi, Stadtschreiber. Eine Bepflanzung ausserhalb des Swift-Geländes sei diskutiert worden, erklärte er. Sommer bestätigte, dass die Stadt auf eigene Kosten einen Sichtschutz pflanzen möchte. Er sei mit dem Landbesitzer im Gespräch. Imagemässig habe Diessenhofen dank Swift viel gewonnen, schreibt finews. Dies als Trostpflaster für alle, die sich am Anblick der Anlage stören.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.