Starre Sportler in perfekter Bewegung

Wenn der Kanton einen Neubau realisiert, gehört ein Kunstwerk dazu. Ein solches entstand an den Turnhallen des Berufsbildungszentrums Weinfelden. Die Idee hatte Max Bottini.

Christof Lampart
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Freuen sich über die Kunst an der Turnhalle: Peter Baumgartner, Ruedi Wenger, Christoph Hugentobler, Max Bottini und Andreas Kern. (Bild: Christof Lampart)

Freuen sich über die Kunst an der Turnhalle: Peter Baumgartner, Ruedi Wenger, Christoph Hugentobler, Max Bottini und Andreas Kern. (Bild: Christof Lampart)

WEINFELDEN. Die Ausgangslage war klar. Mit der Aufstockung der Turnhallen des Berufsbildungszentrums Weinfelden sind die Bedingungen für einen Neubau gegeben. Und bei einem Neubau wird stets rund ein Prozent der Bausumme – in diesem Fall also gut 60 000 Franken – für Kunst am Bau ausgegeben. Das sagte Andreas Kern, Leiter Bildungsbauten im kantonalen Hochbauamt, am Dienstag an einer Medienkonferenz vor den BBZ-Turnhallen.

Die Herausforderung habe darin bestanden, die riesige, durchgehende Wand von 64 Metern Länge und 10 Metern Höhe künstlerisch zu gestalten, sagte Kern. Der Kanton beauftragte zwei Kunstschaffende, sich darüber Gedanken zu machen. Max Bottini erhielt für seine Idee, das sichtbar zu machen, was im Bau stattfindet – die Bewegungsabläufe im Sport – den Zuschlag.

Präzises Kleben ist wichtig

Über 50 verschieden grosse bunte Folienfiguren zieren die Wand. Ausgehend von zumeist kleinen Bewegungsbildern aus alten Sportlehrbüchern vergrösserten angehende Polygraphen sie mitunter ums Tausendfache. Dann wurden die Folien zurechtgeschnitten. Die Maler übernahmen die Grundierung und die farbliche Gestaltung der bis zu fünf Meter hohen Figuren. Beim Aufkleben der Folien war grosse Sorgfalt angesagt. «Wenn unsorgfältig geklebt wird, kann man das Ganze wegwerfen», sagte Polygraph-Fachlehrer Ruedi Wenger.

Max Bottini war mit der durch die 17 Zweitlehrjahr-Berufsschüler während zweier Projektwochen geleisteten Arbeit sehr zufrieden. «Wir mussten sozusagen keine oder nur ganz kleine Korrekturen anbringen, was mich sehr gefreut hat», lobte der Künstler.

Weniger streng hatten es da die Maler. «Für unsere Lernenden war das ein zwar interessantes Projekt, aber im Grunde genommen keine spezielle Herausforderung. Spass gemacht hat es jedoch allen», erklärte der Maler-Fachlehrer Peter Baumgartner.

Heben und Senken

Auch der Prorektor des Gewerblichen Bildungszentrums, Christoph Hugentobler, freute sich übers neue Kunstwerk. Es sei sehr interessant, dass man als Betrachter immer nur einen Ausschnitt des riesigen Kunstwerkes sehen könne, was dem Betrachtenden ein dynamisches Sehverhalten abverlange. Tatsächlich muss oft den Kopf heben und senken, wer beispielsweise die ganze Bewegung sehen will, die ein Stabhochspringer an der Wand vollzieht. Ganz unten ist – quasi als Zitat zum neuen Tartan-Sportplatz – auf die ganze Länge der Wand ein roter Streifen eingelassen. Nur dort, wo der Streifen ins Innere des Gebäudes, in den Hallenbadbereich, verschwindet, wird das rote Band unterbrochen.