Starker Auftritt in der Bluesfabrik

«Bluecerne» aus Luzern ist eine erfahrene Band, die aber den Durchbruch noch nicht geschafft hat. Am Donnerstag war sie in Münchwilen zu Gast.

Michael Hug
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«Bluecerne» mit ihrem begnadeten Sänger Renato Cazzaniga. (Bild: Michael Hug)

«Bluecerne» mit ihrem begnadeten Sänger Renato Cazzaniga. (Bild: Michael Hug)

MÜNCHWILEN. Sieben sind es, alle Schweizer, alle noch relativ jung, alle aus der Region Luzern und fast alle schon seit der Gründung um die Jahrtausendwende dabei. Am Donnerstagabend war «Bluecerne» in der Bluesfabrik in Münchwilen zu Gast. Die Band besticht durch die Stimme ihres Soul-Sängers Renato Cazzaniga. Ein Naturtalent mit der Ausstrahlung eines geborenen Entertainers, der ausschliesslich zum Singen zur Welt gekommen ist und seither überhaupt nichts anderes getan hat.

Starke Präsenz des Sängers

Cazzaniga versteht es, seine Songs zu interpretieren, notabene durchwegs Coverversionen, wenn auch eher unbekannte B-Seiten-Titel, und ihnen seine eigene Note aufzudrücken. Doch die Präsenz des Frontmannes ist auch die Schwäche dieser sonst gut aufgestellten Band. Neben Cazzaniga stehen und spielen sechs versierte Musiker. Amateure wie er, die ein jeder seine Klasse hat, neben dem Sänger aber beinahe zu Statisten verkommen. Da würde man sich mehr Einzelleistungen oder Improvisationen der «Nebendarsteller» wünschen.

Wie aus einem Guss

Zugute zu halten ist der Band das taffe Set, das wie aus einem Guss daher kommt. Ein Ausdruck langjähriger Zusammenarbeit. Da braucht es keine Absprachen mehr, kein überflüssiges Geplauder, um die Zeit für das Nachstimmen der Gitarrensaiten zu überbrücken, keine fragenden Blicke, welches Stück denn jetzt an der Reihe ist. Da kommen Song für Song wie vom Laufband – sauber und messerscharf arrangiert ist das Ganze. Der Auftritt von «Bluecerne» in der Bluesfabrik mit ihrem soulig orientierten Blues – oder bluesig orientierten Soul? – war stark.