STANDORT DER KIESGRUBE: Drei Jahre länger Zeit

Die Wellauer AG hat um eine Fristverlängerung für die Wiederauffüllung einer Kiesgrube ersucht. Die Gemeinde will aber, «dass das Loch endlich zugeht».

Rahel Haag
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Seit April konnte die Kiesgrube «Obers Chrüüzgässli» teilweise wieder aufgefüllt werden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Seit April konnte die Kiesgrube «Obers Chrüüzgässli» teilweise wieder aufgefüllt werden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Rahel Haag

rahel.haag@thurgauerzeitung.ch

Der Streit um die Wiederauffüllung der Kiesgrube «Obers Chrüüz­gässli» geht in die nächste Runde. Gemäss Vertrag zwischen der Gemeinde Eschenz und der Wellauer AG bleibt dem Unternehmen für die Arbeiten noch bis Ende dieses Jahres Zeit. Nun hat die Wellauer AG ein Gesuch zur Fristverlängerung um drei Jahre eingereicht. Das Gesuch lag bis Donnerstag öffentlich auf.

Ende April klaffte noch ein grosses Loch in der Landschaft (die TZ berichtete). «Unterdessen hat sich einiges getan», sagt der Eschenzer Gemeindepräsident Claus Ullmann. Seiner Einschätzung nach sollte es möglich sein, das Loch bis Ende Jahr komplett aufzufüllen. Das sei auch das Ziel der Gemeinde: «Wir wollen, dass es endlich zugeht.» Deshalb habe man auch eine erste Eingabe der Wellauer AG an die Gemeindebehörde, welche eine Fristverlängerung um zehn Jahre erwirken wollte, abgelehnt.

Auch das aktuelle Gesuch wird wohl nicht ohne Weiteres genehmigt. «Es sind Einsprachen eingegangen», sagt Ullmann. Als Nächstes wird das Gesuch im Gemeinderat besprochen, das werde in knapp zwei Wochen der Fall sein. Die Chance sei relativ gross, dass es vom Gemeinderat abgelehnt werde, schätzt Ullmann.

Dennoch wäre die Gemeinde unter Umständen zu einem Kompromiss bereit. «Sollte die Wiederauffüllung noch in diesem Jahr erfolgen, könnte die Rekultivierung auf den kommenden Frühling verschoben werden», sagt er. Rekultivierung bedeutet, dass die Parzellen anschliessend wieder als Kulturland genutzt werden können. «Wir wollen Hand bieten.»

Gesuchsteller könnte beim Kanton Rekurs einlegen

Der Fall ist auch dem Amt für Umwelt des Kantons Thurgau bekannt. «Das Baugesuch ist beim Amt für Raumentwicklung eingegangen und liegt auch uns vor», sagt Beat Baumgartner, Chef des Amts für Umwelt. Sollte die Gemeinde das Gesuch ablehnen, hätte der Gesuchsteller die Möglichkeit, beim zuständigen Departement für Bau und Umwelt Rekurs gegen diesen Entscheid zu führen.

Die Eschenzer Kiesgrube ist im Kanton kein Einzelfall. Laut Baumgartner gebe es diverse Kiesgruben, die noch nicht verfüllt seien. Die Gründe dafür seien vielfältig, «und oft in hängigen Verfahren begründet».

Rony Wellauer, Abteilungsleiter Kieswerke bei der Wellauer AG, wollte aufgrund des noch laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen.