Ständerat: SP und Grüne vor heikler Frage

Der Kampf um die Thurgauer Ständeratssitze findet nicht nur zwischen den bürgerlichen Parteien statt. SP und GP hoffen auf den zweiten Wahlgang – und auf den linken Spitzenplatz.

Drucken
Teilen

frauenfeld. Der Schlagabtausch ist in vollem Gang, die sechs Thurgauer Ständeratskandidatinnen und -kandidaten werben in TV-Sendungen, im Radio und auf Podien um die Gunst von Wählerinnen und Wählern. Auf bürgerlicher Seite kämpfen vor allem Roland Eberle (SVP), Brigitte Häberli (CVP) und Max Vögeli (FDP) um den Einzug in die kleine Kammer – eher Aussenseiterchancen werden EDU-Kandidat Daniel Wittwer zugebilligt.

Lachende Dritte?

Spannend ist das Rennen aber auch auf der links-grünen Seite. SP und Grüne können sich ebenfalls gewisse Chancen ausrechnen, wenn alle bürgerlichen Kandidatinnen und Kandidaten zum zweiten Wahlgang antreten und vor allem Eberle nicht im ersten Wahlgang gekürt würde. Falls sich die bürgerlichen Stimmen zu stark auf die Kandidaten aufteilen, könnte eine der links-grünen Kandidatinnen, also Edith Graf-Litscher (SP) oder Silvia Schwyter (GP), die lachende Dritte sein.

Das bedingt allerdings, dass sich eine der zwei Kandidatinnen nach dem ersten Wahlgang am 23. Oktober aus dem Rennen zurückziehen müsste. Eine der beiden Parteien hätte im zweiten Wahlgang also nichts mehr zu bestellen – keine einfache Frage für SP und GP, die sich jetzt im ersten Wahlgang unterstützen. Klar sei, dass ein Rückzug nach dem ersten Wahlgang wohl unumgänglich sein werde, sagt SP-Präsidentin Barbara Kern. «Es ist nicht sinnvoll, dass beide Kandidatinnen zum zweiten Wahlgang antreten.»

Besseres Resultat

Wer sich zurückziehen müsste, ist offen. «Das müssen wir anschauen, wenn die Resultate vorliegen», sagt Kern – und hofft, dass Edith Graf-Litscher vorne liegen wird. Denn Kern wie GP-Präsident Urs Oberholzer gehen davon aus, dass die Kandidatin mit den meisten Stimmen im Rennen bleiben wird. Oberholzer will sich nicht zu sehr in die Karten blicken lassen. Jetzt gelte es, mit voller Energie den Wahlkampf zu bestreiten. Zwar habe die SP das grössere Wählerpotenzial und mit Graf-Litscher eine Nationalrätin im Rennen. Silvia Schwyter schlage sich im Wahlkampf aber gut und habe durchaus Chancen. (hal)

Aktuelle Nachrichten