Ständerat: Edith Graf-Litscher tritt an

FRAUENFELD. Nach SVP, CVP und FDP will nun auch die SP einen der frei werdenden Ständeratssitze erobern. Sie sei wieder gesund und voll motiviert, sagt SP-Nationalrätin und Kandidatin Edith Graf-Litscher.

Marc Haltiner
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Kandidiert doppelt: Nationalrätin Edith Graf-Litscher mit neuer Frisur. (Bild: pd/Beatrice Devenes)

Kandidiert doppelt: Nationalrätin Edith Graf-Litscher mit neuer Frisur. (Bild: pd/Beatrice Devenes)

Die SP hatte gewartet, bis sich Edith Graf-Litscher von ihrer schweren Brustkrebserkrankung erholt hatte. Gestern sorgte die SP-Nationalrätin nun für Klarheit. Sie will am 23. Oktober nicht nur für den Nationalrat, sondern wie schon 2003 auch für den Ständerat kandidieren, wie die SP mitteilte. Die seit 1999 amtierenden Ständeräte Hermann Bürgi und Philipp Stähelin treten nicht mehr an.

Schon Mitte der Woche hatte sich abgezeichnet, dass Graf-Litscher wie CVP-Ständeratskandidatin und Nationalrätin Brigitte Häberli und FDP-Ständeratskandidat Max Vögeli eine Doppelkandidatur anpeilt. Graf–Litscher hatte ihre Bereitschaft dazu erkennen lassen (TZ von gestern).

«Mehr Energie»

Ist es nicht schwierig, nach einer so gravierenden Erkrankung die Strapazen eines Doppel-Wahlkampfs auf sich zu nehmen? «Im Gegenteil, für mich ist es ein Ansporn», sagt Graf-Litscher. «Ich bin wieder gesund und fühle mich fit für die politische Auseinandersetzung.» Es sei so, als habe sich ihre Energie während der Krankheit aufgestaut. «Ich habe jetzt mehr Energie als vorher.» Die Session in Bern habe ihr gezeigt, wie viel Freude ihr die Politik weiterhin mache. Graf-Litscher will denn auch einen intensiven Wahlkampf betreiben, wie sie betont. «Ich habe den Kontakt zur Thurgauer Bevölkerung gern.» Ihre Schwerpunkte: Gesundheitspolitik, Patientenrechte, aber auch der öffentliche Verkehr.» Dieser solle nach dem Willen des Bundesrats neu finanziert werden. Es sei wichtig, dass der Thurgau genügend Mittel erhalte.

Sitz für Rot-Grün

Eine weitere starke Motivation für sie sei, den Ständeratssitz für das links-grüne Lager im Thurgau zurückzuholen, den SP-Ständerat Thomas Onken von 1987 bis 1999 innehatte, sagt Graf-Litscher. Der fortschrittliche Thurgau brauche eine Vertretung im Ständerat.

Gleiches unterstreicht auch SP-Kantonalpräsidentin Barbara Kern. Die SP trete mit ihrer bekanntesten und beliebtesten Politikerin an, die in Bern bewiesen habe, dass sie mit ihrer offenen Art Brücken zwischen den Parteien bauen könne. Mit Graf-Litscher habe die SP intakte Wahlchancen gegen Häberli, Vögeli und den SVP-Kandidaten Roland Eberle oder Urs Schneider. Gerade wenn beide Ständeratssitze frei würden, habe die SP die Pflicht anzutreten.