Stadtrat will drei Strassen verschieben

FRAUENFELD. Drei Strassen und die städtische Liegenschaft an der Rheinstrasse 20 mit dem Jugendbüro 20gi sind bislang im städtischen Finanzvermögen klassiert. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat nun eine Verschiebung der Parzellen ins Verwaltungsvermögen.

Mathias Frei
Drucken
Teilen
Bisher im Finanzvermögen der Stadt: Rheinstrasse 20. (Bild: Reto Martin)

Bisher im Finanzvermögen der Stadt: Rheinstrasse 20. (Bild: Reto Martin)

Wieso die Reutenenstrasse, die Häberlinstrasse und die Galgenholzstrasse bislang zum städtischen Finanzvermögen gezählt wurden, weiss niemand so recht. Oder wie es in der Botschaft des Stadtrats an den Gemeinderat bezüglich «Bereinigung der Bilanz betreffend Liegenschaften» heisst: «Aus nicht weiter eruierbaren Gründen.» Dabei gehören «Vermögenswerte, welche für die unmittelbare Erfüllung öffentlicher Aufgaben erforderlich sind», zum Verwaltungsvermögen. Das übrige Vermögen gehört laut Botschaft zum Finanzvermögen.

Überprüfung wegen HRM 2

Die letzte Überprüfung der korrekten Zuordnung der städtischen Vermögenswerte fand 2008 statt. Bei jener Bereinigung verblieben aber die drei Strassenland-Parzellen und die Rheinstrasse 21 im Finanzvermögen. Dieses Versäumnis wurde nun entdeckt, weil die Bilanz im Rahmen des neuen Harmonisierten Rechnungslegungsmodells 2 eine Überprüfung erfuhr.

Die Parzelle 470 (Rheinstrasse 20) weist einen Buchwert von 650 000 Franken auf. Die Liegenschaft gehört seit 1985 der Stadt. Darin war der Jugendtreff Molki beheimatet, heute ist hier das Jugendbüro. «Trotz der Nutzung dieses Objekts im Rahmen einer öffentlichen Aufgabe erfolgte nie eine Anpassung der Klassierung ins Verwaltungsvermögen», heisst es in der Botschaft. Die Liegenschaft wurde 2008 zwar als Verwaltungsvermögen klassiert, in der Bestandesrechnung fand gemäss Botschaft jedoch nie eine Verschiebung statt. Das soll nun nachgeholt werden.

Wenig verkaufbare Flächen

Betroffen ist auch die Reutenenstrasse. Es handelt sich um rund 1300 Quadratmeter Strassenland. Die 540 Quadratmeter Gartenanlage könnten zwar verkauft werden, aber «eine Veräusserung dieser Flächen ist praktisch kaum möglich». Der Buchwert beträgt rund 340 000 Franken. Bei der Häberlinstrasse (Buchwert: 385 000 Franken) sieht es ähnlich aus: 2061 Quadratmeter Strassenland und 80 Quadratmeter Garten. Bei der Parzelle 50 840 (Galgenholzstrasse) sind von 1951 Quadratmetern deren 592 nicht mit Strassen oder Strassenanlagen überbaut. Der Stadtrat schreibt aber: «Für einen allfälligen späteren Vollausbau der Strasse sind die Landreserven erforderlich.»

Wenn der Gemeinderat an einer seiner nächsten Sitzungen der Bereinigung zustimmt, werden die drei Strassen und die 20gi-Liegenschaft im Verwaltungsvermögen planmässig abgeschrieben. Strassen sind auf längstens 40 Jahre abzuschreiben, Hochbauten auf längstens 33 Jahre. Durch die Verschiebungen würden sich für das laufende Jahr nicht budgetierte Abschreibungen in der Höhe von knapp 60 000 Franken ergeben.

Aktuelle Nachrichten