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STADT FRAUENFELD: Thurgauer Bäume und ihre Geschichten

Der Toggenburger Maler und Autor Ralph Brühwiler zeigt in der Stadtgalerie Baliere eine Konzeptarbeit über den Thurgauer Baum. Naturalistisch, expressionistisch und in kurzen Text-Features spürte der Künstler den Bäumen nach. Heute ist Vernissage.
Mathias Frei
Zweimal «Elf Bäume bei Salmsach» und Künstler Ralph Brühwiler. (Bild: Mathias Frei)

Zweimal «Elf Bäume bei Salmsach» und Künstler Ralph Brühwiler. (Bild: Mathias Frei)

FRAUENFELD. Nur ein Apfelbaum ist dabei: ein Engishofer, eine alte Thurgauer Sorte. «Ein richtiger Baum ist ein Hochstämmiger», zitiert Ralph Brühwiler einen 83-Jährigen. Dessen Vater hat den Engishofer und die vier Birnbäume daneben gepflanzt. Es ist Zufall, dass nur ein einziger Apfel-Hochstämmer Aufnahme in Ralph Brühwilers Konzeptarbeit fand, die bis 28. März in der Stadtgalerie Baliere zu sehen ist. Es sind zwölf Szenerien mit einem bis zwölf Bäumen, mit Neocolor jeweils naturalistisch-gegenständlich und expressionistisch interpretiert.

Die Weite des Horizonts

«Des Thurgaus Bäume» hat seinen Ursprung in Uttwil. Brühwiler, gebürtiger Thurgauer, lebte dort zwei Jahre lang. Die Weite des Horizonts liess den Autor und Maler nicht mehr los – und die Vielfalt der Bäume. So begann er, Bäume und Baumgruppen zu fotografieren – und darum herum die pittoresken Landschaften. Denn Bäume erzählen Geschichten und Geschichte.

Für Brühwiler ist es stets ein Dreischritt. Zuerst fotografiert er die Bäume. Schon beim Auslösen habe er das spätere Bild im Kopf, die Komposition, sagt er. Ab Fotografie malt Brühwiler den zweiten Schritt, die impressionistische, naturalistische, bisweilen fast fotorealistische Abbildung. Darauf folgt die expressionistische Interpretation. «Der impressionistische Schritt ist Fleissarbeit», macht Brühwiler den selber betriebenen Aufwand mit den für diesen Zweck nicht gerade vorteilhaften Wachskreiden klein. Die Handhabe mag schwierig sein, die Wachskreide muss pausenlos gespitzt werden. Dafür ist das Resultat umso erstaunlicher. Nur schon ein feiner Neocolor-Strich weist grosse Leuchtkraft auf. Nicht zu unterschätzen ist auch die Textur bei Flächen.

Kunst aus dem Bauch heraus

Brühwiler ist freier Journalist und Autor, das Fotografieren gehört seit jeher zu seiner Arbeit. Seit über 20 Jahren ist der 60-Jährige auch künstlerisch tätig. Anfangs zeichnete er sehr viel mit Bleistift. Schreiben sei für ihn Kopfarbeit, Malen komme aus dem Bauch heraus, sagt er. Am meisten Intuition und Emotion sieht er in seinem dritten Schritt, im Expressionistischen. Er sehnt nach diesem freien Malen, kann gleichwohl nicht loslassen vom Gegenständlichen und von der detailgetreuen Abbildung. In einer nächsten Arbeit will er sich mit Zürichs Quartieren beschäftigen, ebenfalls im bekannten Dreischritt. Vielleicht werde er dann ohne Vorlage expressionistisch malen, nur nach dem Kopf aus dem Bauch heraus.

Zurück zu den Bäumen und ihren Geschichten: In einem limitierten Booklet hat sie Brühwiler in kleinen, aber süffigen Text-Features niedergeschrieben. Spürbar lustvolle Kopfarbeit über adlige Alleen, Barrique-Fässer und Toscana im Thurgau.

Ralph Brühwiler: Des Thurgaus Bäume. Vernissage: Heute, 19 Uhr. Ausstellung bis 28. März. Fr 17 bis 20 Uhr; Sa/So 12 bis 16 Uhr. Stadtgalerie Baliere am Kreuzplatz. www.edition-rb.ch

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