Stabwechsel beim Thurgauer Gewerbe

Die Delegierten des Thurgauer Gewerbeverbands wählen Hansjörg Brunner zu ihrem neuen Präsidenten. Der abtretende Peter Schütz wird Ehrenpräsident des grössten Thurgauer Wirtschaftsverbands.

Christof Widmer
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Hansjörg Brunner übernimmt von Peter Schütz das Präsidium des Thurgauer Gewerbeverbands. (Bild: Donato Caspari)

Hansjörg Brunner übernimmt von Peter Schütz das Präsidium des Thurgauer Gewerbeverbands. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Als «bestandenen und guten Gewerbevertreter» empfahl Peter Schütz gestern abend Hansjörg Brunner als seinen Nachfolger an der Spitze des Thurgauer Gewerbeverbands. Die 196 anwesenden Delegierten wählen Brunner denn auch einstimmig als neuen Präsidenten des Wirtschaftsverbands. Der 46jährige Brunner ist seit letztem Jahr Kantonsrat für die FDP und Inhaber und Geschäftsführer der Fairdruck AG in Sirnach. Er gehört seit 1995 dem Vorstand des Gewerbeverbands an, zuletzt als Vizepräsident.

Brunner versprach, sich für die Interessen des Gewerbes einzusetzen. Im Verband werde es unter seiner Führung zu keinen grossen Veränderungen kommen – «dafür gibt es keinen Grund», sagte er mit Blick auf die Leistung seines Vorgängers.

«Enormer Einsatz»

Tatsächlich geht mit dem Rücktritt von Schütz eine Ära im Gewerbeverband zu Ende. «Der Thurgauer Gewerbeverband hat wirklich Glück gehabt mit Peter Schütz», sagte die ebenfalls scheidende Vizepräsidentin Brigitte Kaufmann. In den zehn Jahren seiner Präsidentschaft habe Schütz sein von Anfang an gestecktes Ziel erreicht, den Verband im Kanton zur «wichtigsten Wirtschaftsorganisation mit der grössten politischen Schlagkraft» zu machen, sagte Kaufmann. Mit grosser Präsenz und enormem Einsatz habe Schütz für die Interessen des Thurgauer Gewerbes gekämpft. Als besondere Leistungen führte Kaufmann auch das Gewerbeforum und die Berufsmesse an, die in der Amtszeit von Schütz ins Leben gerufen wurden. Zum Dank erhielt Schütz gestern den Titel des Ehrenpräsidenten.

Unter den gut 100 Gästen versammelte sich gestern abend die Spitze der Thurgauer Politik und Wirtschaft. Das Grusswort für die Regierung hielt Regierungspräsidentin Monika Knill. Volkswirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer würdigte das Engagement von Schütz gerade in der politischen Auseinandersetzung und bedauerte seinen Rückzug aus der Politik: «Er soll sich ein Comeback überlegen.» Christian Neuweiler, Präsident der Industrie- und Handelskammer, nannte Schütz ein «Vorbild für einen liberalen, integren Unternehmer».

Liberales Credo

Schütz selber gab in seiner Standortbestimmung seinem liberalen Credo Nachdruck. Man müsse an Freiheit, Eigentum und liberaler Marktordnung festhalten, sagte er mit Blick auf die Bankenkrise in Zypern. Die in der Eurokrise salonfähig gewordene Enteignung von Sparern sei ein Paradebeispiel, für politische Unglaubwürdigkeit.

Neu in den Vorstand des Thurgauer Gewerbeverbands gewählt wurden gestern Carmen Haag, CVP-Kantonsrätin und Inhaberin einer Steuerberatungsfirma, sowie SVP-Kantonsrätin Diana Gutjahr, Geschäftsleitungsmitglied der Ernst Fischer AG. Sie ersetzen Notker Brandes und Brigitte Kaufmann.

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