St. Galler Medical Master rückt näher

ST. GALLEN. Der Kanton St. Gallen will ab 2020 zusammen mit dem Kantonsspital und der Universität einen Masterstudiengang in Humanmedizin anbieten. Weil die drei einen kompletten Lehrgang aus Ressourcengründen nicht alleine aufbauen können, haben sie nach Kooperationspartnern gesucht.

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ST. GALLEN. Der Kanton St. Gallen will ab 2020 zusammen mit dem Kantonsspital und der Universität einen Masterstudiengang in Humanmedizin anbieten. Weil die drei einen kompletten Lehrgang aus Ressourcengründen nicht alleine aufbauen können, haben sie nach Kooperationspartnern gesucht. Und sie sind in Zürich fündig geworden. Gestern hat der Zürcher Regierungsrat mitgeteilt, dass er ein Bildungsnetzwerk Humanmedizin schaffen will, um mehr medizinische Studienplätze anbieten zu können und so dem Mangel an Ärzten aus der Schweiz entgegenzuwirken. Dem Netzwerk sollen nebst den universitären Spitälern des Kantons Zürich und den bisherigen Partner- und Lehrspitälern neu auch die ETH sowie die Kantone St. Gallen, Luzern und Tessin angehören. Das Bildungsnetzwerk steht unter der akademischen Verantwortung der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich.

«Grundstein ist gelegt»

Noch sind die definitiven Kooperationsverträge nicht unterschrieben. Doch der «Grundstein für eine gemeinsame Zukunft bei der Ausbildung von Humanmedizinern» sei gelegt, sagt die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner. «Es ist ein Ja unter Vorbehalt.» Zurzeit würden im Rahmen der Vertragsverhandlungen noch Einzelheiten geregelt. Erst danach soll der definitive Entscheid fallen. Trotzdem: «Wir sind sehr interessiert an einer Zusammenarbeit mit St. Gallen», betont die Zürcher Regierungsrätin. Ihre St. Galler Amtskollegin, Gesundheitschefin Heidi Hanselmann, freut sich über das positive Signal aus Zürich. Damit sei für den St. Galler Medical Master eine gute Basis geschaffen worden, sagt sie. «Nun werden weitere Details und Zuständigkeiten abgeklärt, damit die Kooperationslösung so bald wie möglich realisiert werden kann.» Luzern und das Tessin sind mit ihren Hochschulen ebenfalls Teil des Netzwerkes. «Wir müssen gemeinsam den Ärztemangel bekämpfen.» Die Chancen, dass 2023 in St. Gallen die ersten Master verliehen werden, sind demnach intakt.

Wenig Ostschweizer Ärzte

In der Ostschweiz ist der Mangel an Fachpersonal besonders gross. «Etwa 45 Prozent unserer Ärzteschaft sind ausländischer Herkunft», sagt die Regierungsrätin. Der neue Lehrgang soll Platz für 40 Studierende bieten. Vorgesehen ist, dass die Studierenden nach dem Grundstudium den Master in St. Gallen absolvieren. An der Universität soll ein Institut für Medizin entstehen, das Kantonsspital als akademisches Lehrspital dienen. Damit könne sich das sechstgrösste Zentrumsspital der Schweiz noch besser im Wettbewerb positionieren, schreibt die Staatskanzlei. (lom)