St. Gallen treibt Innovationspark voran

ST. GALLEN. Die Ostschweiz ist geprägt von Industrie mit überdurchschnittlicher Dichte und überdurchschnittlichem Wachstum, vor allem in der sogenannten MEM-Industrie. «Im Bereich des Maschinen-, Fahrzeug- und Metallbaus sind wir doppelt so stark wie die übrige Schweiz.

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ST. GALLEN. Die Ostschweiz ist geprägt von Industrie mit überdurchschnittlicher Dichte und überdurchschnittlichem Wachstum, vor allem in der sogenannten MEM-Industrie. «Im Bereich des Maschinen-, Fahrzeug- und Metallbaus sind wir doppelt so stark wie die übrige Schweiz. Bei Textil und Bekleidung gar um den Faktor drei», sagt Benedikt Würth, Volkswirtschaftschef im Kanton St. Gallen. Die Vision hinter der Bewerbung für den Netzwerk-Standort im Osten als Teil eines nationalen Innovationsparks ergibt sich für Würth aus dieser Wirtschaftsstruktur und der Forschungslandschaft.

Ab 2016 soll daher auf dem mehr als 40 000 Quadratmeter grossen Gelände des St. Galler Tagblatts, das direkt neben der Empa liegt, an «intelligenten Produktionssystemen der Zukunft» in den Bereichen Mechatronik, Mikrosysteme, Polymere, Energietechnik und Management getüftelt werden. Konkret geht es um Produktionssysteme und Geschäftsmodelle, «um in Hochlohnländern kosteneffektiv hochwertige Güter zu produzieren». Das sei nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank erst recht von grösster Bedeutung.

Projekt breit abgestützt

Die Trägerschaft für den Netzwerk-Standort Ost ist breit. Neben dem Kanton St. Gallen, den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden sowie dem Fürstentum Liechtenstein sind das die Empa, die Universität St. Gallen sowie die St. Galler Fachhochschulen.

Noch diesen Monat will der Bundesrat die Finanzierungsbotschaft verabschieden, die auch die Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes aufzeigt. Im April entscheidet das Expertengremium über die Bewerbungen. Einen Monat später sollen die weiteren Netzwerk-Standorte bekannt sein, bevor in der Sommersession der Erstrat das Geschäft berate.

«Unser Projekt ist reif»

Die erste Eingabe des Projekts war im Juni 2014 an den Experten des Bundes gescheitert, weil das Thema der Bewerbung zu breit gefasst war. «Jetzt ist unser Projekt reif», sagt Volkswirtschaftschef Würth. «Die technologischen Felder sind klar benannt und vertieft.» Dass sich der Thurgau mit dem «Agro Food Innovation Park» für den Alleingang entschieden habe, gereiche der Ostschweiz nicht zum Nachteil, sagt Würth. «Die beiden Projekte konkurrenzieren sich nicht.» Man wolle inhaltlich überzeugen und nicht regionalpolitisch vorgehen. Und als wollte er sich selber Lügen strafen, sagt Würth: «Wenn wir uns wider Erwarten aber nicht qualifizieren, ergeben sich für mich dann doch regionalpolitisch ein paar Fragezeichen.» (cz)

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