St. Gallen lockt Thurgau mit Vierländerregion

SCHÖNENBERG. Der St. Galler Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth will die Wahrnehmung der Ostschweiz mit einer «Vierländerregion Bodensee» fördern. Dabei handelt es sich um einen neuen Ansatz, nachdem der Kanton Thurgau ein Mitmachen in einem Metropolitanraum Ostschweiz abgelehnt hatte.

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SCHÖNENBERG. Der St. Galler Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth will die Wahrnehmung der Ostschweiz mit einer «Vierländerregion Bodensee» fördern. Dabei handelt es sich um einen neuen Ansatz, nachdem der Kanton Thurgau ein Mitmachen in einem Metropolitanraum Ostschweiz abgelehnt hatte. Laut Würth leidet die Ostschweiz hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Kraft unter einem Wahrnehmungsdefizit. Dieses soll mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den deutschen, österreichischen und liechtensteinischen Nachbarn gedeckt werden. Die Vierländerregion war ein Thema des jährlichen Treffens der St. Galler und der Thurgauer Regierung, das diesmal auf dem Klein-Rigi in Schönenberg stattfand. Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark habe signalisiert, dass sich der Thurgau ein Mitmachen in diesem Verbund vorstellen könne, teilte die Staatskanzlei Thurgau mit. Vorerst müsse jedoch der gegebene Rahmen mit Inhalt gefüllt und das Kosten-Nutzen-Verhältnis abgewogen werden.

Auch mit der Expo 2027 könnte die Ostschweiz ihre Wahrnehmung in der Restschweiz verbessern. Darin waren sich die beiden Regierungen einig. Das Siegerprojekt soll demnächst präsentiert werden. Die beiden Regierungen beschlossen, dass alle Projekteingaben, die es in die zweite Runde geschafft haben, in einer Ausstellung öffentlich gezeigt werden sollen.

Warten auf den Netzbeschluss

Nicht zufrieden sind die Regierungen mit dem Stand in Sachen Netzbeschluss. Laut der Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag ist er «für die Realisierung der BTS/OLS und deshalb für den Kanton Thurgau zentral». Leider sei die baldige Inkraftsetzung wieder in der Schwebe. Auch der St. Galler Regierungsrat Willi Haag zeigte sich verärgert und warnte vor der Gefahr, dass der Entscheid auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werde.

Der St. Galler Baudirektor Willi Haag bezeichnete das Projekt Wil West als Muster einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Sinne des neuen Raumplanungsgesetzes und ein Beispiel für den sorgfältigen Umgang mit dem Boden. (wu)