St. Gallen lehnt Fracking ab

Der Schutz des Trinkwassers habe eine hohe Priorität, sagt die St. Galler Regierung. Sie lehnt Fracking im Bodenseeraum ab.

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ST. GALLEN. Die St. Galler Regierung hat eine klare Haltung gegenüber Fracking: «Wir gewichten die Interessen des Trinkwasserschutzes klar höher als die Interessen an der Förderung von Erdgas mit Methoden, die ein unkalkulierbares Umweltrisiko darstellen.» Fracking ist eine seit Jahren praktizierte, aber auch umstrittene Fördermethode, um an schwer zugängliches Gas zu gelangen. Die Pläne britischer Firmen, nördlich des Bodensees mit dieser Methode nach Gasvorkommen zu suchen, hatten aufgeschreckt. Der Goldacher SP-Kantonsrat Felix Gemperle hatte in einer Interpellation festgehalten: «Der Bodensee ist ein einzigartiges Ökosystem. Jeder Eingriff kann fatale Folgen haben.»

Die Antwort der Regierung zeigt: Sie geht auf Distanz zur Fördermethode; sie lehnt das Fracking «zum heutigen Zeitpunkt» ab. Sie schliesse sämtliche Tätigkeiten aus, von denen eine Gefährdung für das Grundwasser oder das Bodenseewasser ausgehe. Die St. Galler Regierung schliesst sich damit den Regierungschefs der Internationalen Bodenseekonferenz an. Weitere Schritte, so die Regierung, seien derzeit nicht nötig. Sie will erst die Diskussionsergebnisse in Baden-Württemberg abwarten. (rw)