Spuhler sitzt fest im Kandidatenkarussell

Peter Spuhlers Arm schmerzt bestimmt. Immer wieder muss der ehemalige SVP-Nationalrat abwinken. Fast täglich verneint er in den Medien eine Bundesratskandidatur. Seine Firma Stadler Rail fordere ihn nach wie vor stark.

Silvan Meile
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Peter Spuhler an einer Veranstaltung im September in St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Peter Spuhler an einer Veranstaltung im September in St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Peter Spuhlers Arm schmerzt bestimmt. Immer wieder muss der ehemalige SVP-Nationalrat abwinken. Fast täglich verneint er in den Medien eine Bundesratskandidatur. Seine Firma Stadler Rail fordere ihn nach wie vor stark. Als Bundesrat müsste er sein Lebenswerk verkaufen, um die nötige Unabhängigkeit zu erlangen «Dieser Preis ist mir viel zu hoch», sagt Spuhler.

Gewählt ist… wenn er nur wollte

Trotz des permanenten Abwinkens dreht Spuhlers Name weiterhin hartnäckig im Kandidatenkarussell der Medien. Jetzt erst recht. Nach dem Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf ist für die SVP der Weg noch ebener zu einem zweiten Bundesratssitz. Das verleiht auch der Spekulation um eine allfällige Kandidatur Spuhlers wieder neuen Schwung. Und da nützt alles Abwinken nichts. Peter Spuhler hat seinen Platz in den Zeitungsspalten auf sicher, wenn über Bundesratskandidaten der SVP spekuliert wird. Mehr noch: Spuhler ist als Bundesrat gewählt, wenn er doch nur wollte, so der Tenor in den Berichten über den Thurgauer, dessen Beliebtheit sich auch bei jeder seiner Nationalratskandidaturen als Glanzresultat spiegelte.

Hervorragende Wahlchancen werden dem Unternehmer vorausgesagt, eine breite Unterstützung weit ins links-grüne Lager prognostiziert. Weil er sich, entgegen vieler seiner Parteikollegen, klar für die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union ausspricht.

Frankenstärke, Rubelschwäche

Peter Spuhler fühlt sich vom Rummel um seine Person geschmeichelt. «Es ehrt mich sehr, dass mir dieses anspruchsvolle Amt immer wieder von verschiedener Seite zugetragen und zugetraut wird», lässt er in einem Statement verlauten. Darin wird aber auch klar, dass den Mann, dem an den nächsten Bundesratswahlen die besten Wahlchancen nachgesagt werden, derzeit ganz andere Probleme zu schaffen machen: Durch Frankenstärke und Rubelschwäche bleibt die Situation für sein Unternehmen angespannt. Aus Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern ist er vor drei Jahren als Nationalrat zurückgetreten. Er entschied sich damit, die Weichen ausschliesslich zugunsten der Stadler Rail zu stellen. Es könnte wohl als unternehmerische Unverantwortlichkeit ausgelegt werden, würde er nun seine Mitarbeiter im Stich lassen. Peter Spuhler winkt wohl weiterhin ab, wenn er als Bundesratskandidat ins Gespräch gebracht wird. Gestern blieb er jedenfalls dabei.

Die Durststrecke wird länger

Wenn die Bundesversammlung am 9. Dezember den Bundesrat wählt, wird es knapp 82 Jahre her sein, als mit Heinrich Häberlin (FDP) der letzte Bundesrat aus dem Thurgau zurücktrat. Davon gab es bisher erst drei. Der grosse Bahnhof muss wohl nochmals warten, auch wenn er ideal zu Schienenfahrzeugbauer Peter Spuhler gepasst hätte.