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«Sprache kommt schliesslich von Sprechen»

Nachgefragt

Eine der geplanten Massnahmen im kantonalen Sparprojekt Haushaltsgleichgewicht 2020 (HG2020) war die Streichung der mündlichen Aufnahmeprüfung an den Kantonsschulen. GP-Kantonsrat Joe Brägger (Amriswil) hatte sich im Grossen Rat im Namen der Sekundarlehrer gegen diese Abschaffung gewehrt. Am vergangenen Donnerstag gab die Regierung bekannt, dass die mündliche Aufnahmeprüfung nicht in diesem Rahmen abgeschafft wird. Die Massnahme soll ausserhalb von HG 2020 vertieft und in erster Linie aus pädagogischer Sicht geprüft werden.

Joe Brägger, was sagen Sie zum Entscheid der Regierung?

Ich bin froh, dass im HG2020 von der Abschaffung abgesehen wird. Für diesen Entscheid möchte ich mich bei der Regierung ausdrücklich bedanken. Man hat immer versprochen, dass die Sparmassnahmen ohne Qualitätsabbau möglich sind. Gerade bei dieser Massnahme wäre das aber nicht möglich gewesen.

Was ist der Vorteil von mündlichen Aufnahmeprüfungen?

So können die Prüfer den Schüler mal persönlich sehen und mit ihm ins Gespräch kommen. Die Begegnung mit einem Kandidaten sagt ja schon Einiges aus über einen möglichen zukünftigen Mittelschüler. Wenn man das abschafft, kann man eine Aufnahmeprüfung auch bald online durchführen. Ich wehre mich aus pädagogischer Sicht dagegen.

Warum ist der mündliche Aspekt – abgesehen vom persönlichen Kontakt – so wichtig?

Sprache kommt von Sprechen. Dass bedeutet, dass mündliche Kommunikation zuallererst kommen muss und deshalb eigentlich Priorität haben müsste. Da wäre es doch ziemlich unsinnig, allein aus Spargründen eine mündliche Prüfung zu streichen. Im Übrigen würde dies den Anforderungen des Lehrplans klar widersprechen.

Gibt es Schüler, die im mündlichen Bereich besser sind als im schriftlichen?

Ich habe immer wieder Schüler und Schülerinnen, die Mühe bekunden mit der Schrift. Sie können dafür in einem Gespräch gut reagieren, weil sie vielleicht noch eine andere Sprache – zum Beispiel italienisch – als Hintergrund haben und deshalb ihre sprachlichen Stärken so besser ausspielen können. (lsf)

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