Sportvielfalt für Jugendliche

Noch bis Samstag findet in Widnau ein polysportives Jugendcamp statt. Ausdauer- und Ballsportarten sowie Balanceakte sollen die Jugendlichen dazu motivieren, Sport zu treiben.

Raphael Bucheli
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Sport, Spiel und Spass in Widnau: Die Jugendlichen können im Jugendsportcamp unterschiedliche Sportarten kennenlernen. (Bild: Urs Bucher)

Sport, Spiel und Spass in Widnau: Die Jugendlichen können im Jugendsportcamp unterschiedliche Sportarten kennenlernen. (Bild: Urs Bucher)

WIDNAU. «Pass!» hallt es von den Wänden, Turnschuhe quietschen auf dem Gummiboden, ein Lacrosse-Ball fliegt durch die Luft. In der Widnauer Dreifachturnhalle spielen zwei Teams von Jugendlichen, auffälligerweise mit markanten Alters- und Grössenunterschieden.

Die altersmässige Durchmischung ist gewollt; das Lacrosse-Spiel ist Teil eines polysportiven Jugendsportcamps, an dem diese Woche 33 Jugendliche aus der weiteren Region teilnehmen, 13 Mädchen und 20 Knaben. Die 10- bis 18-Jährigen verbringen die ganze Woche Sport treibend und spielend – von Unihockey über Schwimmen bis zu Lacrosse und Slackline bieten sich viele Möglichkeiten. Draussen ist der Himmel an diesem Mittwoch grau, doch drinnen ist die Stimmung heiter. «Ich bin schon zum zweitenmal im Sportlager, Spass und Freunde brachten mich hierher», sagt der Primarschüler Filip Jost, der sich gerade eine Pause gönnt.

Technik und Teamplay

Doch nicht nur Freundschaft und Freude führt die Mädchen und Knaben ins Camp, sie lernen auch viel dabei – von sporttechnischen Fähigkeiten bis zum Teamplay. «Ich habe hier viele neue Leute kennengelernt, aber auch sportlich viel profitiert. Die Erfahrung mit den verschiedenen Sportarten hat mir beim Eishockey viel geholfen. Vor allem bei der Koordination», sagt der zwölfjährige Rodwin Dionicio, der sich als potenziellen Schweizer Nachwuchs-Nationalspieler bezeichnet. Betreut werden die Jugendlichen von vier Jugend+Sport-Leiterinnen und -Leitern. Emilie Lienhard vom Amt für Sport des Kantons St. Gallen hat das Camp organisiert. «Unser Lager steht Jugendlichen aus der ganzen Schweiz offen. Ziel ist es, die Teilnehmenden für Sport und Gemeinschaftssinn zu begeistern», sagt Lienhard. «Auch arbeiten wir mit dem nationalen Präventionsprogramm <cool and clean> zusammen. So haben wir einen Parcours erstellt, der den Jugendlichen die Auswirkungen von Alkohol mit speziellen Brillen vor Augen führt.»

Bei einer guten Sache als Leiter

Die Leitenden haben eine gezielte Ausbildung für Jugendsportlager absolviert. Sie kommen aus Widnau, Mörschwil, Rapperswil und Rheinau. Die einen sind von Beruf Primarlehrer, die anderen sportbegeisterte Studenten. Einige widmen sich in ihrer Freizeit dem Volleyball auf hohem Niveau, andere arbeiten als Assistenztrainer im Unihockey. Der Lagerleiter Samuel Manser beurteilt das Feriencamp positiv: «Ich bin seit drei Jahren bei diesen Lagern dabei. Anfangs kennen sich die Jugendlichen kaum, aber bald schliessen sie Freundschaften. Zwar können sie sich auch mal Streiche spielen und es kracht. Dann müssen wir eingreifen. Da braucht es manchmal eine lange Zündschnur, aber grundsätzlich haben alle immer gute Laune.»

Dem pflichtet Mansers Kollege Nivin Anthony bei: «Die Jugendlichen gehen lieb miteinander um. Alle spielen und reden mit allen, obwohl das Alter doch variiert. Das Camp ist wirklich eine gute Sache.»