Spitzenprodukte aus dem Thurgau

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Ausstellung Der wirtschaftliche Aufschwung im Thurgau beginnt mit der Textilindustrie, die sich bereits im 17. Jahrhundert an den Flussläufen im südlichen Bodenseeraum etabliert. Bald tritt die Region mit ihren Textilprodukten in den globalen Handel ein, ein neues Zeitalter bricht an. Diese neue Realität im Thurgau sowie die innovativen Textilprodukte, die in dieser Zeit entstehen, sind Thema der Führung in der Sonderausstellung «Schreck & Schraube. Weltindustrie im Thurgau» vom Samstag, 14. April, 15 Uhr. Die Führung findet im Alten Zeughaus Frauenfeld statt. Der Eintritt ist frei.

Die Historikerin Christine Wüest beleuchtet die Geschichte verschiedener Thurgauer Fabrikanten und zeigt auf, wie diese es schaffen, auch in schwierigen Zeiten erfolgreich zu bleiben. An der Führung nimmt Sybill Boller, Spinn-Expertin, die erste industrielle Spinnmaschine, die Spinning Jenny, in Einsatz. Im Alten Zeughaus steht die schweizweit einzige Replik, und wenn sie in Betrieb ist, wird schlagartig klar, was die Industrialisierung für Arbeiterinnen und Arbeiter damals bedeutete.

Im Europa des 17. Jahrhunderts tragen die edlen Damen noch grobe Leinenstoffe. Erst die feine und raffiniert bedruckte Baumwolle aus Indien lässt sich angenehm tragen. Wie man diese Stoffe färbt, hat sich der Islikoner Unternehmer Bernhard Greuter angeeignet, der in seiner Färberei, dem Greuterhof, um 1830 bereits 300 Mitarbeitende beschäftigt. Ein anderer umtriebiger Schaffer ist der deutsche Einwanderer Joseph Sallmann, der in Amriswil eine Textilindustrie – die heutige ISA Bodywear – begründet. (red)