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Spitalausbau wird zum Kraftakt

Nach dem deutlichen Standortentscheid für Frauenfeld und Münsterlingen will der Kanton den Ausbau der zwei Spitäler vorantreiben. Noch ist nicht klar, wie die Kosten von bis zu 340 Millionen Franken finanziert werden.
Marc Haltiner
Projektstudie: Anstelle des Hochhauses am Spital Frauenfeld ist ein Neubau geplant. (Bild: Spital Thurgau AG)

Projektstudie: Anstelle des Hochhauses am Spital Frauenfeld ist ein Neubau geplant. (Bild: Spital Thurgau AG)

Frauenfeld. Die Namen klingen exotisch, die Bauprojekte sind zusammen finanziell ein grosser Brocken für den Kanton und die Spital Thurgau AG. Denn was unter den Projektnamen «Lobby», «3i» und «Horizont» daherkommt, ist nichts anderes als der Ausbau der Kantonsspitäler Münsterlingen und Frauenfeld. Obwohl sich der Regierungsrat und die Leitung der Spital Thurgau AG aber klar für eine Modernisierung der beiden bestehenden Spitäler ausgesprochen hatten und erste Pläne vorstellten, stand aber immer noch die Idee eines zentralen neuen Spitals in Weinfelden im Raum.

«Wir wollten eine Klärung», sagt Stark.

Diese ist nun auch erfolgt. In der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GFK) habe kein einziger Kantonsrat einen neuen Spitalstandort gefordert, sagt Kommissionspräsidentin und SP-Kantonsrätin Cornelia Komposch. Mit den zwei Standorten seien die Kantonsspitäler viel näher bei der Bevölkerung.

Vorteil im Konkurrenzkampf

«Es wäre auch widersinnig, die teure Infrastruktur einfach aufzugeben», fasst Komposch die Haltung der Kommission zusammen. Sie verspricht sich zudem Vorteile bei der neuen Spitalfinanzierung. Die Standorte in Frauenfeld und Münsterlingen seien dazu angetan, neue Patienten aus den Kantonen Zürich und St. Gallen in den Thurgau zu holen.

Für Stark und das Team des kantonalen Hochbauamtes bedeutet das grüne Licht der GFK, dass sie mit den Planungen vorwärts machen können. Die Grundsatzfrage sei jetzt entschieden, und das sei vor allem auch finanziell eine Erleichterung, sagt der Baudirektor. Allein für die Planung der Um- und Ausbauten sind im Budget 2011 und im Finanzplan mehrere Millionen Franken vorgesehen.

Insgesamt soll der Ausbau in den Jahren 2010 bis 2019 in Münsterlingen zwischen 64 und 87 Millionen Franken kosten, der in Frauenfeld zwischen 200 und 250 Millionen Franken. Die exakten Kosten stehen noch nicht fest, für beide Umbauten sollen Generalunternehmen verantwortlich zeichnen. In Münsterlingen werden vor allem der Eingangsbereich und die Operationssäle erneuert, in Frauenfeld gibt es Neubauten für das Bettenhaus wie auch für den ganzen Operationstrakt. Zwar muss der Grosse Rat jeden einzelnen Baukredit einzeln bewilligen.

Aber wie Komposch bestätigt, hat die GFK auch einen Vorentscheid getroffen, dass das Hochhaus des Kantonsspitals Frauenfeld abgebrochen werden kann. Der Abriss des markanten Baus ist in der Region umstritten.

Dass die Finanzierung der Bauten ein Kraftakt wird, bestätigen Regierungsrat Bernhard Koch und Marc Kohler, CEO der Spital Thurgau AG. Klar ist erst der Kostenverteiler: Der Kanton soll 40, die Spital AG 60 Prozent der Kosten tragen.

Unklar ist aber, wie stark die Spital Thurgau AG ihre Investitionskosten als Zuschlag auf die Fallpauschalen umlegen kann, die ab 2012 Grundlage der Spitalabrechnungen bilden werden. Entsprechend offen ist die Belastung der Patienten.

Politik ist gefragt

Ein gewisser Zuschlag sei von den kantonalen Gesundheitsdirektoren geplant, erklärt Koch. Ob dieser genügt, um die Spitäler modernisieren zu können, solle nach drei Jahren überprüft werden.

Ob der Kanton als Alleinaktionär auch die Eigenmittel der Spital Thurgau AG erhöht oder ihr Darlehen gewährt, müsse politisch entschieden werden, sagt Kohler.

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