Sparen von unten statt von oben

SVP-Kantonsrat Jürg Wiesli will mit einem Ideenmanagement Kosten sparen. Die Mitarbeiter der Kantonsverwaltung sollen selber Vorschläge machen.

Thomas Wunderlin
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Jürg Wiesli SVP-Kantonsrat, Dozwil (Bild: Reto Martin)

Jürg Wiesli SVP-Kantonsrat, Dozwil (Bild: Reto Martin)

WEINFELDEN. Die Idee ist einleuchtend. Das zeigt auch die hohe Zahl von 58 Mitunterzeichnern, die der Dozwiler SVP-Kantonsrat Jürg Wiesli für seine Interpellation «Kosteneinsparung durch Ideenmanagement» gefunden hat. In der Sitzung des Grossen Rats am Mittwoch über die Leistungsüberprüfung (LÜP) erklärte Wiesli, bei der LÜP gehe es um Sparen von oben, beim Ideenmanagement hingegen um ein Sparen von unten.

Bina hat Preis dafür erhalten

Wie es geht, erklärt der ehemalige Grünliberale in der Begründung seines Vorstosses. Sein Arbeitgeber, die Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina), habe dafür 2011 einen Preis erhalten. Die Mitarbeiter sollen Verbesserungen über ihren Verantwortungsbereich hinaus vorschlagen. Der Erfolgsfaktor ist laut Wiesli, dass die Mitarbeiter am Erfolg partizipieren. «Jeder Vorschlag, der zu einer finanziellen Einsparung führt, wird einmalig mit 10 Prozent der Jahreseinsparung» belohnt. Die Bina-Mitarbeiter haben gemäss Wiesli bis zu 1000 Verbesserungsvorschläge pro Jahr eingereicht. Die Motivation wird gesteigert durch die Verlosung von kleinen Gewinnen unter den eingereichten Vorschlägen. Die Bina mit 950 Mitarbeitern und 500 Millionen Franken Umsatz hat so innert zehn Jahren zwölf Millionen Franken gespart. Da stellt sich für Wiesli die Frage: «Wie viel Einsparungen könnte der Kanton Thurgau mit seinen fast 4000 Mitarbeitern und einem Umsatz von zwei Milliarden Franken erzielen?» Die Antwort könnte lauten, dass es wohl mehr wären als die 47 Millionen Franken der LÜP, die überdies teilweise aus Mehreinnahmen kommen.

Unabhängiger Ideenmanager

Das Ideenmanagement bringt viel und kostet wenig. Die Kosten eines unabhängigen Ideenmanagers machen nur einen Bruchteil der Einsparungen aus. Der Regierungsrat hat ein Jahr Zeit für die Beantwortung von Wieslis Fragen. Unter anderem will er wissen, wie viele Verbesserungsvorschläge die Kantonsmitarbeiter 2014 eingereicht haben.