Sparen in der Zeit

Die Finanzen im Thurgau sind gesund. Und das hat seinen Grund. Finanzdirektor Bernhard Koch hält die Hand auf der Staatskasse. Der Deckel wird nicht geöffnet und nach dem Giesskannenprinzip Geld verteilt.

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Die Finanzen im Thurgau sind gesund. Und das hat seinen Grund. Finanzdirektor Bernhard Koch hält die Hand auf der Staatskasse. Der Deckel wird nicht geöffnet und nach dem Giesskannenprinzip Geld verteilt. Vielmehr folgt Koch dem einfachen Grundsatz, der auch in der komplizierten Finanzwelt sticht: «Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.»

Die Sparsamkeit ist aber nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen stehen Faktoren, die um einiges unberechenbarer sind und sich auch ändern können. Da ist zum einen der Zuzug von jungen Familien und von Deutschen, die im Grenzgebiet zwar die Immobilienpreise in die Höhe treiben, dafür aber die Steuerfüsse in den Gemeinden senken. Und da ist der Finanzausgleich des Bundes, der Millionen um Millionen in die Thurgauer Staatskasse spült.

Koch ist erfahren genug, um zu wissen, was er sich mit diesem Rekordabschluss eingehandelt hat: die Aufgabe, neue Begehrlichkeiten abzuwehren. Zudem stehen in den nächsten Jahren millionenschwere Projekte an. Niemand weiss zum Beispiel, wie viel die Spital- und die Pflegefinanzierung wirklich kosten. Auch die Ausgaben für Bildung werden steigen. Die zwei kantonalen Energie-Initiativen haben Chancen und würden ebenfalls Zusatzkosten auslösen.

Trotzdem ist es wichtig und richtig, dass der Kanton die Steuerbelastung weiter senkt, damit alle Thurgauerinnen und Thurgauer profitieren. Das entspricht auch der Philosophie Kochs, der überzeugt ist, dass die vergangenen Steuersenkungen mit zu den höheren Einnahmen beigetragen haben. Stefan Borkert

s.borkert@tagblatt.ch

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