SP: «Chancen nutzen, aber Nachteile nicht ausblenden»

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Frauenfeld Über 100 Millionen Franken für drei Minuten: Das ist für die SP Frauenfeld die vorläufige Quintessenz der vom Stadtrat favorisierten Lösung für eine Innenstadtunterführung. Ob sich dies lohne, könne mit den vorliegenden Grundlagen noch nicht entschieden werden, heisst es in einer Medienmitteilung.

Das Frauenfelder Verkehrsproblem bestehe vornehmlich während der Hauptverkehrszeiten, tagsüber sei ein flüssiges Durchkommen in der Stadt auch mit dem Auto kein Problem. Während der Stosszeiten betrage die Mehrzeit gemäss Messungen der Stadt drei bis fünf Minuten. Diese Mehrzeit bewege heute wohl eine Anzahl von Autofahrern dazu, eine Alternative zu wählen. Dies würde mit dem Bau einer zusätzlichen Strasse wohl wegfallen. Die Verlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel werde wahrscheinlich gehemmt. «Auch können wir nicht von einer Verkehrsbefreiung sprechen, da mit der vorgeschlagenen Variante – wie bei allen anderen Varianten ebenfalls – der grösste Teil des Verkehrs bleiben wird. Im Gegenteil, durch die bessere Erreichbarkeit wird insgesamt das Verkehrsvolumen grösser werden.» Die mögliche zusätzliche Strasse würde kurz vor 2030 den Betrieb aufnehmen können. Danach werde sie über 40 Jahre abgeschrieben. «Das heisst, wir tragen die Konsequenzen bis ins Jahr 2070 mit. Wie dannzumal unsere Mobilität aussehen wird, ist noch offen», heisst es von der SP. Eine Chance könne aber sein, dass der oberirdische Strassenraum für die nächsten 40 Jahre stark umnutzen werden könne, auch wenn weiterhin motorisierter Verkehr darauf unterwegs ist. «Der Langsamverkehr und der öffentliche Verkehr können stark aufgewertet werden.» Denn bei einer Investition von über 100 Millionen für den Strassentunnel muss auch oberirdisch in die Aufenthaltsqualität investiert werden. Die SP sieht den Vorteil einer gewissen Verlagerung, «wir sehen aber auch noch viele Nachteile, welche nicht ausgeblendet werden dürfen». Die Partei will deshalb im Rahmen der Vernehmlassung ihre Vorstellungen für das Vorprojekt mitteilen. «Denn viele noch offene Punkte können erst mit einem Vorprojekt beurteilt werden.» (red)

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