Souvenirs einer langen Reise

MÜNCHWILEN. Der Sänger und Songwriter Gion Stump aus St. Gallen zeigt sich bei seinem Auftritt in der Münchwiler Lounge-Industrie als vielseitiger Musiker mit Talent und Charisma.

Christof Lampart
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Gion Stump auf der Bühne der Lounge-Industrie in Münchwilen. (Bild: Christof Lampart)

Gion Stump auf der Bühne der Lounge-Industrie in Münchwilen. (Bild: Christof Lampart)

Das Münchwiler Konzert von «Gion Stump and the Lighthouse Project» bildete am Freitagabend vor gut 40 Zuhörern den Auftakt ihrer Schweizer Promo-Tour 2013 zur neuen CD «Rail Tracks». Kein Wunder also, dass vieles, was der vielseitige Gion Stump (Gesang, Klavier, Keyboard und Percussion) an diesem Abend vortrug, noch nicht bekannt ist. Es gab also einiges zu entdecken.

Einfach irgendwo aufgetreten

Tatsächlich nahmen Gion Stump und seine Band die Zuhörerschaft auf eine musikalische Reise mit, die einer echten Reise entsprang, wie Stump in der Pause erzählte.

Er kaufte sich vor einiger Zeit mal ein Interrail-Ticket und zog während mehrerer Wochen ziellos von Ort zu Ort. «Ich stieg irgendwo aus und spielte dort am Abend irgendwo auf», erinnert er sich. Einfach umherzuziehen und nicht genau zu wissen, was der morgige Tag bringen wird – dieses abenteuerliche Lebensgefühl transportierten die Lieder sehr gut. Die wandlungsfähige Stimme des jungen Sängers und die zuweilen völlig unterschiedlichen Arrangements verrieten schnell einmal, dass sich hier jemand für die unterschiedlichsten musikalischen Kulturen öffnete und diese in seine Werke einfliessen liess.

Blues, Rock, Pop und Weltmusik

Dass Stumps Bildungsreise nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ reife Früchte hervorgebracht hatte, war unüberhörbar. Mal kam Stump bluesig, dann wieder rockig daher. Popballaden hatten ebenso ihren berechtigten Platz wie geschrammelte Weltmusik, bei der vordergründig vor allem die Lust am vermeintlich improvisierten Zusammenspiel spürbar war.

Die teilweise sehr fliessenden Übergänge zwischen den musikalischen Stilen verstärkten Stumps konzeptionelle Art zu musizieren. Das Publikum schätzte das sehr, spendete es den Musikern doch regelmässig einen kräftigen Applaus.