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«Sonst sehe ich eher schwarz»

Obwohl er sich für gewöhnlich für alternative Energien einsetzt, kritisiert auch GLP-Nationalrat Thomas Böhni den Fernwärmering der Wärme Frauenfeld AG. Bereits der Start sei nicht optimal gewesen, da die Stadt ein Wettbewerbsverfahren unterbunden habe.
Markus Zahnd
Thomas Böhni Nationalrat GLP (Bild: Reto Martin)

Thomas Böhni Nationalrat GLP (Bild: Reto Martin)

Herr Böhni, Sie sind ein Kritiker des Fernwärmerings. Weshalb?

Thomas Böhni: Ich gehörte zur Projektgruppe und schlug vor, einen Wettbewerb auszuschreiben, damit eine kostengünstigere, optimalere Lösung entstehen kann. Die EKT AG hat sich zum Beispiel interessiert. Aber die Stadt hat das unterbunden. Der Start war daher nicht optimal, da kein Ringen um die beste Lösung entstehen konnte.

Dennoch: Es geht um alternative Energie, Sie als Energiepolitiker sollten die Idee doch unterstützen.

Böhni: Das stimmt. Und die Idee ist ja gut. Aber auch Energieprojekte müssen ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis haben und der Umwelt dienen. Wenn die bestehenden Gas- und Ölheizungen im Fernwärmering erhalten bleiben, ist der gewonnene Umweltnutzen nicht klar gegeben. Schlechte Energieprojekte stellen die Energiewende in Frage.

Laut dem Bericht ist die Liquidität der Wärme Frauenfeld AG angespannt. Überrascht Sie das?

Böhni: Nein, solche Projekte sind schwierig in der Umsetzung und erfordern viel Erfahrung. Dazu kommt, dass sich die errechneten Betriebskosten noch bestätigen müssen. Das ist ein weiterer Knackpunkt, wo man sich schnell um den Faktor zwei verrechnen kann. Diese sollten jetzt nochmals überprüft werden. Zudem fehlen bei dem hohen Wärmepreis die privaten Kunden.

Hat sich die Stadt mit dem Projekt allenfalls gar übernommen?

Böhni: Vielleicht. Mit den Stadtwerken Winterthur gibt es zwar einen Partner. Auch die Stadtwerke haben aber keine Erfahrung mit einem solchen kalten Wärmeverbund. Zudem muss man sagen: Frauenfeld ist für Winterthur bei diesem Projekt auch etwas das Versuchskaninchen.

Die Motionäre werfen dem Stadtrat zudem vor, er habe seine Finanzkompetenz überschritten.

Böhni: Das sehe ich gleich wie die Motionäre. Schliesslich geht es nicht nur um die 300 000 Franken für das Aktienkapital, sondern um Investitionen von fast 15 Millionen Franken.

Der Stadtrat hätte also das Volk – oder zumindest den Gemeinderat fragen sollen?

Böhni: Ja. Der Stadtrat hat sich wohl nicht getraut, das Volk zu fragen. Dann hätte er offenlegen müssen, was das Projekt kostet und wie hoch dann die Wärmepreise sind. Die Gefahr einer Ablehnung wäre gross gewesen.

Was sollte denn jetzt getan werden?

Böhni: Man muss das Projekt nochmals analysieren. Vielleicht bietet sich durch die Erweiterung der Kaserne Auenfeld die Möglichkeit, einen weiteren Grosskunden nebst dem Kanton ins Boot zu holen. Sonst aber sehe ich eher schwarz.

Und was geschieht mit den Leitungen, wenn der Fernwärmering gar nicht erst betrieben wird?

Böhni: Die Leitungen kann man im Boden lassen. Die fressen ja kein Heu.

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