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SONNTAGSVERKAUF: An Heiligabend bleiben die Ladentüren zu

Der Kanton verweigert dem Detailhandel, die Geschäfte am 24. Dezember öffnen zu dürfen. Dadurch vermeidet er, wegen der Ladenöffnungszeiten um Weihnachten wieder aufs Glatteis zu geraten.

Die nächsten Weihnachten werden im Thurgau auch für das Verkaufspersonal besinnlich. Die Ladenlokale bleiben an Heiligabend im ganzen Kanton geschlossen. Das kantonale Arbeitsinspektorat wird den Detaillisten keine Bewilligung erteilen, damit diese ihre Verkaufsgeschäfte am 24. Dezember öffnen können, erklärt Daniel Wessner, Chef des kantonalen Amtes für Wirtschaft. Eine solche wäre nötig, da Heiligabend in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt. «Wir finden, das ist eine aussergewöhnliche Situation», sagt Wessner gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF.

Geschlossen an drei aufeinanderfolgenden Tagen

Durch diesen Entscheid des Kantons bleiben im Thurgau die Ladengeschäfte während drei aufeinanderfolgenden Tagen geschlossen: am 24., 25. und 26. Dezember. Eine solche Konstellation ist selten geworden. «Tatsächlich hat es das schon lange nicht mehr gegeben», sagt Wessner.

Als 2015 der 27. Dezember auf einen Sonntag fiel, bewilligte der Kanton Thurgau einen Sonntagsverkauf. Das führte nachträglich zu Protesten und einer Petition der Gewerkschaft Unia, aber auch zu Kritik aus der Bevölkerung. Unia bezichtigte die grossen Detaillisten Coop und Migros, auf diesen Sonntagsverkauf gedrängt zu haben. Später erklärte der Kanton, künftig am 27. Dezember keinen Verkaufstag mehr zu bewilligen, wenn das Datum auf einen Sonntag fällt.

Für dieses Jahr vermied der Kanton das weihnachtliche Glatteis der Ladenöffnungszeiten. «Wir haben die Situation mit den Gemeinden, den Gewerkschaften und den Detaillisten besprochen», sagt Wessner. Schon vor mehr als einem Jahr sei diese Lösung in die Wege geleitet worden. Widerstand sei zwar von den grossen Händlern zu spüren gewesen. Nun scheinen sie sich aber damit abgefunden zu haben.

Der Thurgauer Branchenverband ist «nicht unglücklich»

Die Migros Ostschweiz wisse schon lange, dass ihre Läden am 24. Dezember geschlossen bleiben, sagt Mediensprecher Andreas Bühler auf Anfrage. Wo es möglich sei, würden deswegen am 23. Dezember die Filialen länger geöffnet sein, als vor einem Sonntag üblich. «Dann erwarten wir sehr starke Kundenfrequenzen», sagt Bühler. Am Heiligabend bleiben aber nicht nur im Thurgau, sondern in der ganzen Ostschweiz die Migros-Filialen zu. Lediglich drei Filialen in Bündner Skigebieten öffnen auch am 24. Dezember.

Wie steht Coop zum Beschluss aus dem Thurgau? «Wir nehmen den Entscheid zur Kenntnis und halten uns an die gesetzlichen Vorgaben», sagt Markus Brunner, PR-Leiter der Verkaufsregion Ostschweiz-Ticino. Auf eine Intervention werde verzichtet, sämtliche Thurgauer Coop-Verkaufsstellen blieben dadurch am 24. Dezember geschlossen.

«Unsere Geschäfte sind nicht unglücklich», sagt Matthias Hotz, Präsident von TGshop, dem kantonalen Dachverband der Thurgauer Detailfachhandelsgeschäfte, auf die Situation angesprochen. Die Thurgauer Einzelhändler befürworten, dass der Kanton eine einheitliche Regelung fand, die für alle gelte. Dass es für niemanden erlaubt ist, am Sonntag den Laden zu öffnen, zwinge auch niemanden, dies wegen Konkurrenzdruck zu tun. «Wir denken dabei auch an die Arbeitnehmer», sagt Hotz.

Während im Kanton St. Gallen der Sonntagsverkauf am 24. Dezember sogar gesetzlich verboten ist, zeigt sich im Kanton Zürich ein anderes Bild. Dort werden an Heiligabend einige Läden geöffnet haben, beispielsweise das Einkaufszentrum Glatt. Der Einkaufstourismus nach Deutschland dürfte hingegen ruhen. Das Shoppingcenter Lagos in Konstanz meldet auf seiner Homepage, am 24. Dezember nicht zu öffnen.

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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