Sonntagsruhe für das 6-Uhr-Geläut

BERLINGEN. Alles neu: Peter Raich wurde als neuer Pfarrer von Evangelisch-Berlingen gewählt und Gerda Schärer als neue Kirchenpräsidentin. Künftig müssen die Glocken sonntags um 6 Uhr schweigen.

Margrith Pfister-Kübler
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Ehrenvoll gewählt: Ferdinand Kasper, Elisabeth Hörler Schayna, Gerda Schärer, Rosetta Läubli und Astrid Mösli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Ehrenvoll gewählt: Ferdinand Kasper, Elisabeth Hörler Schayna, Gerda Schärer, Rosetta Läubli und Astrid Mösli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die gewichtigen Themen lockten: 42 von 355 Stimmberechtigten drängelten am Freitagabend in den Saal vom Restaurant Schiff zur Rechnungs- und Budgetversammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Berlingen mit Pfarr- und Behördenwahl unter der zügigen Leitung von Ad-interim-Präsidentin Gerda Schärer.

Ohne Diskussion wurden die Rechnung 2011 mit einem Vorschlag von 25 000 Franken und das Budget mit gleichbleibendem Steuerfuss von 24 Prozent genehmigt. Der Überschuss, begründet durch Minderaufwand von Lohnkosten durch die Kündigung von Pfarrer Ruf, wird für bauliche Massnahmen zurückgelegt.

Geheim und einstimmig gewählt

«Aus elf Bewerbungen haben wir Pfarrer Peter Raich ausgewählt», so Präsidentin Gerda Schärer (TZ berichtete). In geheimer Abstimmung wurde der 54jährige Peter Raich einstimmig als Pfarrer von Berlingen gewählt. Amtsantritt ist der 1. August: Es ist eine 60-Prozent-Stelle. Dieses Pen- sum wird mit 20 Prozent aufgestockt für den Einsatz bei der Perlavita AG, Geriatrisches Zentrum der Tertianum, Berlingen. Pfarrer Raich war am Wahlabend nicht anwesend, so will es der Modus.

Als Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft wurden in geheimer Abstimmung gewählt: Gerda Schärer (bisher, mit 41 Stimmen); Ferdinand Kasper (bisher, 41); Elisabeth Hörler Schayna (bisher, 40), Rosetta Läubli (neu, 40), Astrid Mösli (neu, 36). Einstimmig und von Applaus begleitet wurde die bisherige Ad-interim-Präsidentin Gerda Schärer zur Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft gewählt. Gerda Schärer hat die Führung der Kirchenbehörde ad interim von Bea Bachmann übernommen, die von Berlingen nach Steckborn zügelte.

Glocken schweigen Sonntag früh

Einiges zu reden gab das Geläut: An Sonn- und Feiertagen dürfen die Berlinger Kirchenglocken künftig nicht mehr frühmorgens um sechs Uhr läuten. Damit folgte nach engagierter, aber freundlich geführter Diskussion eine Mehrheit dem Antrag von Irene Hoffmann, auf das 6-Uhr-Geläute mit allen fünf Glocken an Sonn- und Feiertagen zu verzichten. In Berlingen läuten also ab sofort sonntags die Glocken erst kurz vor Gottesdienstbeginn. Keine Mehrheit fand der weitere Antrag Hoffmanns, das Frühgeläut werktags von 6 auf 7 Uhr zu verschieben. «Das ist zu spät zum Aufstehen», wurde argumentiert. Die Mehrheit sah dies auch so.