Soll die Halle 16,4 Mio. kosten?

AADORF. Am 25. September stimmen die Aadorfer über den Baukredit für eine Vierfachturnhalle beim Schulzentrum Löhracker ab. Nun lancieren der Gemeinderat und die Schulbehörde einen Meinungsbildungsprozess.

Philipp Haag
Drucken
Teilen
Der Turnhallen-Kubus soll auf der Wiese gegenüber dem Gasthof Heidelberg zu stehen kommen. (Bild: Grafik: pd)

Der Turnhallen-Kubus soll auf der Wiese gegenüber dem Gasthof Heidelberg zu stehen kommen. (Bild: Grafik: pd)

Der Aadorfer Gemeindeammann Bruno Lüscher und Schulpräsident Peter Zweidler gaben sich am Dienstagabend die grösste Mühe, im Nachgang einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung die 234 Stimmberechtigten von der Notwendigkeit einer Mehrfachturnhalle beim Schulzentrum Löhracker zu überzeugen, belaufen sich die Gesamtkosten des Projektes doch auf 16,4 Millionen Franken.

Überdachter Pausenplatz

Beide betonten den Bedarf nach einer neuen Sporthalle, wobei es nicht nur darum gehe, mehr Raum und zeitgemässe Rahmenbedingungen für den Sportunterricht anzubieten, wie Cornelia Brändli von der Schulbehörde sagte, sondern den «richtigen Raum» für die 450 Schülerinnen und Schüler der Primarschule und der Sekundarschule sowie die Sportvereine. Gemeint waren nicht nur die neue Sportanlage, sondern auch die Turnhallen, die durch den Bau der Mehrfachhalle für den Schulbetrieb und die Vergrösserung des überdachten Pausenplatzes umgenutzt werden könnten, was ebenfalls notwendig sei. Geplant ist die Vierfachturnhalle – ein schlichter Kubus mit einer ausziehbaren Tribüne mit 500 Sitzplätzen – auf dem hinteren der beiden Fussballplätze an der Schützenstrasse, wobei der «vierte» Teilbereich als Sport-Mehrzweckraum genutzt werden kann.

Das Untergeschoss mit 12 Garderoben wird in den Boden versenkt, die Umziehräume sind über einen «Schmutzgang» erreichbar. Insgesamt kostet das Bauprojekt inklusive Umgebungsarbeiten 16,4 Millionen Franken, wobei die Politische Gemeinde 13,1 Millionen Franken trägt, die Schule 3,3 Millionen Franken. Während die Schule ihren Steuerfuss auf 100 Prozent belassen könnte, würde die Politische Gemeinde gemäss Finanzplan den Steuersatz für die nächsten vier Jahre um 7 Prozent auf 58 erhöhen. Es sind aber noch weitere Investitionen geplant, wie die rund 2 Millionen Franken in den Werterhalt des Hallenbades.

Kein Projektierungskredit

«Es ist ein ausgereiftes Projekt», brachte Lüscher die Meinung der Gemeindebehörde auf den Punkt. Mit der Aussage begründete er auch, dass kein Projektierungskredit eingeholt worden war, sondern direkt ein Baukredit vorgelegt wird. Über den Baukredit und den Betrag der Schulgemeinde abgestimmt wird am 25. September.

Nun beginnt die Vernehmlassung. Lüscher sprach von einem Meinungsbildungsprozess. Erste Kritik kam bereits am Infoabend. Ein Stimmbürger bezeichnete die vierte Halle als unnötig. Ihm wurde entgegengehalten, dass für 1,2 Millionen Franken eine Mehrzweckhalle geschaffen werde, die vielfältig genutzt werden könne. Ein anderer Stimmberechtigter fragte, ob der Weg von der Schulanlage bis zur Turnhalle für die Schülerinnen und Schüler nicht zu lang sei. Schulpräsident Zweidler bezeichnete den Weg an der «oberen Grenze», aber dennoch als zumutbar für die Kinder. Und ein dritter Votant forderte die Schule auf, sich mit mehr als «nur» um die 20 Prozent an den Baukosten zu beteiligen, da sie ja die Hauptnutzerin der neuen Sportanlage sei.

Zusatzkredit gefordert

Applaus gab es für Kurt Gnehm von der Solar-Genossenschaft. Er verlangte, dass das Flachdach zur Energie-Gewinnung genutzt werden soll. Aus diesem Grund soll am 25. September ein Zusatz-Kredit für eine Fotovoltaikanlage vorgelegt werden. Lüscher und Zweidler nahmen die beiden Begehren auf und versprachen, sie zu prüfen.

Aktuelle Nachrichten