Solarstrom überfordert das Netz

Zu gross und zu teuer: Die Schule Warth-Weiningen verzichtet auf das geplante Bauvorhaben, die Gesamtfläche des Schulhausdaches mit einer Photovoltaikanlage auszurüsten.

Evi Biedermann
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Rolf Bebi Schulpfleger (Bild: Evi Biedermann)

Rolf Bebi Schulpfleger (Bild: Evi Biedermann)

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, doch das Projekt einer Photovoltaikanlage in Warth-Weiningen soll kleiner werden. Die geplante 100-Kilowatt-Anlage würde sich über 800 Quadratmeter ziehen und bei maximaler Produktion 2,5mal mehr Strom erzeugen, als die Schule benötigt. Das entspreche etwa dem Bedarf von zwanzig Vier-Personen-Haushalten, sagte Behördenmitglied Alex Lehmann am Donnerstag an der Schulgemeindeversammlung.

Wie eine Machbarkeitsstudie nun aufzeigt, könnte die Anlage, an der sich auch die Gemeinde beteiligt, nicht wirtschaftlich betrieben werden. Die technische Infrastruktur wäre dem Projekt nicht gewachsen, erklärte Lehmann. «Wir müssten das Netz ausbauen und dabei erheblich investieren.» Zudem sei nicht garantiert, ob die kostendeckende Einspeisevergütung vom Bund noch geleistet würde. Man könne sich dafür wohl anmelden, bis zu einem Entscheid sei jedoch mit einer Wartezeit von drei bis fünf Jahren zu rechnen. Die Schule prüft nun die kleinere Variante. Eine, die den Eigenbedarf deckt.

Wie Lehmann sagte, würde dazu eine 30-Kilowatt-Anlage genügen. Der Vorteil wäre zudem, dass dafür eine Einmalvergütung vom Bund sofort erhältlich wäre. «Entschieden ist noch nichts», stellte Lehmann klar, «ausser dass wir auf einen Vollausbau verzichten.»

Das Budget 2017 rechnet bei gleichbleibendem Steuerfuss von 46 Prozent mit einem Verlust von 143 000 Franken und wurde von den 33 anwesenden Stimmberechtigten gutgeheissen. Darin enthalten sind höhere Besoldungskosten infolge Stufenanstieg beim Kindergarten und die Stellvertretung für eine Kindergärtnerin, die im Februar ein Bildungssemester antritt. Auch wird in der Mehrzweckhalle die Verdunkelung der Fenster in Angriff genommen. Und die Pelletsheizung erhält einen Internetanschluss zur Fernwartung.

Mehr Schüler im kommenden Schuljahr

Aktuell besuchen 91 Kinder die Schule, für das Schuljahr 2017/18 werden deren 101 erwartet. Das bringt Mehreinnahmen bei den Steuern, erhöht aber auch die Zahlung an den kantonalen Finanzausgleich. Präsentiert wurde das Budget von Rolf Bebi – zum letzten Mal. Der Schulpfleger wird nach vierjähriger Amtszeit an den kommenden Gesamterneuerungswahlen vom 12. Februar nicht mehr antreten. Das Gleiche gilt für Ursula Vollmer von der Rechnungsprüfungskommission. An einem Amt Interessierte können sich bei der Gemeinde melden. Wer dies bis zum 19. Dezember macht, kommt auf die Namenliste.

Mehr Sicherheit beim Planen

Sowohl der Schulpräsident wie auch die Schulleiterin zeigten sich erfreut über das Abstimmungsresultat zur Lehrplan-Initiative. «Nun haben wir mehr Planungssicherheit», sagte Brigitta Fegble. Einmal mehr betonte sie, dass mit der nun bevorstehenden Einführung des Lehrplan 21 nicht alles neu erfunden werde. Zentrales Element sei jedoch, dass die Kinder Wissen anwenden können. «Auch wenn dies in einem anderen Zusammenhang steht.» Der Lehrplan 21 wird ab August 2017 schrittweise eingeführt.

Ein gosses Lob erntete die Schule vom einstigen Gemeindeammann Max Arnold. Zuvor hatte die Schulleiterin vom Schulalltag im Advent erzählt, zu dem auch drei gemeinsame Feiern mit Basar, Theater und Seniorenweihnacht gehören. Es brauche fast ein bisschen Mut, christliche Werte in der Schule zu zelebrieren, sagte Arnold. «Viele Schulen dürfen das nicht mehr.» Aus Gründen der Zusammensetzung der Schüler. «Schön, dass wir an unserer Schule noch frei wählen können», sagte Max Arnold.