So viele Leute wie noch nie

Das grosse Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre rund um Wil stellt den Verein Regio Wil vor Herausforderungen. Er will künftig mehr Einfluss nehmen auf die Bewirtschaftung der freien Landflächen.

Simon Dudle
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Stefan Frei Präsident Fachgruppe Wirtschaft, Regio Wil (Bild: Simon Dudle)

Stefan Frei Präsident Fachgruppe Wirtschaft, Regio Wil (Bild: Simon Dudle)

BRAUNAU. 112 981 Personen. So viele Leute wie noch nie wohnten 2015 in den Thurgauer und St. Galler Gemeinden der Region Wil. In den vergangenen zehn Jahren ist mit Ausnahme von Fischingen, das einen leichten Bevölkerungsrückgang akzeptieren musste, jede Gemeinde gewachsen. Der Anstieg ist mit mehr als zehn Prozent gar beträchtlich. Und die Entwicklung wird sich fortsetzen. Dies bestätigt der kürzlich erschienene Bericht «Regionale Standort- und Wirtschaftsentwicklung» der Regio Wil. Um weitere zehn Prozent soll die Region bis zum Jahr 2040 wachsen – auf Thurgauer Gebiet prozentual mehr als im Kanton St. Gallen. Die Betriebe im geplanten Entwicklungsschwerpunkt Wil West tragen dazu bei.

Genügend Reserven

Doch gibt es in der Region genug freie Flächen, um bauen zu können? Stefan Frei, Präsident der Fachgruppe Wirtschaft, sagte am Mittwochabend an der Delegiertenversammlung der Regio Wil im Braunauer Weiler Hittingen: «Es gibt genügend Reserven in den Zonenplänen. Ein hoher Reserveanteil ist in Zonen für öffentliche Nutzung vorhanden.»

Wir-Gefühl stärken

Die Organisation möchte künftig aktiv Einfluss nehmen auf das sogenannte Flächenmanagement. Heisst konkret: Es gilt, eine auf die Bedürfnisse der Regio Wil angepasste aktive Bodenpolitik zu erarbeiten. Aber nicht nur das: Auch die Ausbildung und Weiterbildung ist zu fördern, um dem Negativtrend bei den Fachkräften entgegenwirken zu können.

Zudem soll eine Organisation etabliert werden, welche die wirtschaftlichen Aktivitäten koordiniert und gleichzeitig über das Know-how sowie die finanziellen Mittel verfügt. Auch die Kommunikation soll verstärkt werden. «Es gilt, das Wir-Gefühl zu stärken», sagt Frei.

Zwei neue Bahnhöfe

Auch über den Stand der Dinge des Agglomerationsprogramms Wil West wurde am Mittwochabend informiert. Anne Rombach, die neue Leiterin der Geschäftsstelle Wil West, sagte, das Agglomerationsprogramm, bei dem Bundesgelder in Millionenhöhe für Bauprojekte generiert werden können, müsse bis Ende des Jahres beim Bund eingereicht werden. Sichert dieser die finanzielle Unterstützung zu, kann im besten Fall im Jahr 2021 gebaut werden. Immer klarer wird, dass es im Gebiet Wil West nicht nur einen neuen Autobahnanschluss geben könnte, sondern auch zwei Bahnhöfe – einer für die Frauenfeld–Wil-Bahn, einer an der Strecke Wil–Weinfelden. Bezüglich Nutzung soll ein Drittel für Neuansiedlungen verwendet werden, ein Drittel für bestehendes Gewerbe der Region und ein Drittel für öffentliche Nutzung.