So tickt die Thurgauer Apfelkönigin

ROTHENHAUSEN. Der Thurgau hat seit Samstag eine neue Apfelkönigin: Bernadette Böni. Sie ist 20 Jahre alt und ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur: Sie reitet, joggt, wandert, fährt Velo und Ski. Langweilig wird es der Rothenhauserin nicht.

Katharina Brenner
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Umrahmt von ihren liebsten Früchten: Die Thurgauer Apfelkönigin Bernadette Böni auf einer Obstwiese in ihrem Heimatort Rothenhausen. (Bild: Reto Martin)

Umrahmt von ihren liebsten Früchten: Die Thurgauer Apfelkönigin Bernadette Böni auf einer Obstwiese in ihrem Heimatort Rothenhausen. (Bild: Reto Martin)

Die Familie der Apfelkönigin hat einen Apfelbaum. Er steht im Garten des Einfamilienhauses in Rothenhausen. Und er hat die schönsten roten Äpfel – wenn man sie poliert. Das sagt zumindest Bernadette Böni, die amtierende Thurgauer Apfelkönigin. Ende September hat die Familie die Äpfel geerntet. Einige davon liegen jetzt neben Bananen in einer Schale in der Küche.

Böni nimmt einen Apfel in die Hand. Kurz darauf verschwindet er unter einem blau karierten Geschirrtuch. Sie fährt mit dem Tuch einige Male geschwind über den Apfel, dann legt sie ihn auf den Holztisch. Und tatsächlich – er glänzt prächtig. Jetzt sieht man aber auch eine kleine Delle. «Mami, gerade so einen suche ich aus», sagt die Apfelkönigin, schüttelt den Kopf und lacht ihr herzliches Lachen. Essen könne man ihn natürlich trotzdem – da sind sich Mutter und Tochter einig.

Dass Bernadette Böni heute Apfelkönigin ist, hat sie ihrem Vater zu verdanken. «Er hat mich einfach angemeldet.» Auch wenn der Erfolg überraschend kam – die Begeisterung für Äpfel war schon immer da.

Als Kind bei der Apfellese

Bernadettes Mutter ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Beim Grossmami und beim Onkel in Niederbüren im Kanton St. Gallen hat Böni früher ihre Ferien verbracht. Dort gibt es viele Äpfel und sie hat schon als Kind bei der Lese geholfen.

Äpfel isst sie natürlich sehr gerne. Ihre Lieblingssorte sind Grafensteiner. Wenn Böni ins Seminar geht, hat sie immer einen Apfel dabei. «Manchmal sind's auch drei», sagt sie.

Im Sommer hat die 20-Jährige die Matura gemacht. Jetzt studiert sie an der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen. Sie möchte Lehrerin werden. Das Amt sei dafür eine gute Vorbereitung. «Ich werde viele Leute kennenlernen und bestimmt offener werden.» Auch wenn sie keineswegs schüchtern wirkt.

Lassen sich das Studium und das Amt gut vereinbaren? Das sei kein Problem. An der Hochschule habe sie eine Anwesenheitspflicht von 80 Prozent, die meisten Termine seien ohnehin am Wochenende. Die nächsten sind das Erntedankfest in Hagenwil und der Thurgauer Herbstmarkt in Winterthur.

Zum Sport in die Natur

Auch neben diesen Aufgaben hat Böni allerlei zu tun, am liebsten draussen. Sie reitet, joggt, fährt Velo und Ski und geht als Gruppenleiterin mit auf Skilager. Sogar theoretisch beschäftigt sie sich mit der Natur. Für ihre Maturaarbeit über die Alpen hat sie auf einer Alm übernachtet und Interviews geführt. 70 Seiten sind es geworden. «Ich fand's einfach so interessant», sagt sie.

In die Berge zieht es Bernadette Böni auch zum Wandern, gemeinsam mit der Familie. Die spielt in ihrem Leben eine wichtige Rolle. Sie hat zwei Brüder und eine Schwester, Bernadette ist die Zweitälteste. Diesen Sommer war die ganze Familie gemeinsam auf Elba im Urlaub. Einen Freund hat die Apfelkönigin nicht.

Zur Adventszeit backt Böni Guezli für die ganze Familie. In einem Jahr seien es 32 verschiedene Sorten gewesen. Vielleicht kommt dieses Jahr noch eine neue Sorte dazu – die dürfte natürlich nicht ohne Äpfel auskommen.

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