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Small ist wieder beautiful

Da haben wir es wieder: Das Klischee vom reformunwilligen Thurgau, in dem am besten alles so bleiben soll, wie es ist. Gemeindefusionen? Nein danke! Selten aber wäre das Klischee so deplaziert wie in diesem Fall.
Christian Kamm

Da haben wir es wieder: Das Klischee vom reformunwilligen Thurgau, in dem am besten alles so bleiben soll, wie es ist. Gemeindefusionen? Nein danke! Selten aber wäre das Klischee so deplaziert wie in diesem Fall.

Richtig ist vielmehr, dass der Thurgau seine Hausaufgaben eben vor allen anderen gemacht hat. Die im Jahr 2000 abgeschlossene grosse Gemeindereorganisation zeichnete die Karte des Kantons vollständig neu. Mit der Abschaffung des noch von Napoleon eingeführten Gemeindedualismus wurden aus 181 Gemeinden deren 80. Eine Jahrhundertreform. Das muss diesem Kanton zuerst einmal jemand nachmachen. Und der Clou: Man lief unter Federführung des damaligen Regierungsrates Hermann Lei (FDP) sogar vor Ablauf der Frist ins Ziel. Alle, die damals dabei gewesen sind, wissen, wie viel politisches Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick nötig waren, um erfolgreich zusammenzuführen, was zu Beginn meist nicht zusammengehören wollte.

Demgegenüber wirkte der gestern zu Recht abgeblockte Anlauf für ein neues Fusionsprojekt, kaum dass der Vorgänger verdaut ist, politisch übermotiviert und einigermassen naiv. Die Thurgauer Gemeinden sind gut aufgestellt, finanziell sogar besser dran als noch vor zehn Jahren. Es fehlt der Leidensdruck von unten. Und als reine Kopfgeburt hätte das Mammutprojekt Gemeindefusionen ohnehin keine Chance.

Auch gilt es die Zeichen der Zeit zu erkennen. Kleinere Gemeinden sind, wenn sie zusammenarbeiten, nicht weniger auf der Höhe der Zeit als die grossen. Und vor allem: Es gibt keine Sehnsucht der Kleinen mehr, im grossen Ganzen aufzugehen. Small is beautiful. Weil es in Zeiten der Globalisierung Halt, Identität und Heimat gibt.

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