Skepsis und Zustimmung

Der Naturpark Seerücken muss die erste ernsthafte Hürde nehmen. Bis Ende Jahr wird eine Machbarkeitsstudie vorliegen. Die ersten Vorabklärungen geben dem Vorhaben gute Karten. Allerdings stösst das Projekt auch auf Kritik.

Stefan Borkert
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Auf dem Seerücken: Geht es nach dem Departement für Bau und Umwelt, bekommt der Thurgau einen Naturpark. (Archivbild: Susann Basler)

Auf dem Seerücken: Geht es nach dem Departement für Bau und Umwelt, bekommt der Thurgau einen Naturpark. (Archivbild: Susann Basler)

Frauenfeld. Der Seerücken soll ein regionaler Naturpark werden. Vom Seebachtal bis Berlingen reicht das geplante Gebiet. Doch was genau man sich darunter vorzustellen hat, das ist nicht einfach zu vermitteln. Entsprechend zurückhaltend äussern sich noch einige der betroffenen Gemeinden. Andreas Binswanger, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL), ist schlicht gegen einen solchen Park. Heinz Kasper, Gemeindeammann von Berlingen, ist dafür. Er meint, dass die Kritik leiser geworden sei.

14 Gemeinden dabei

Viele Gemeinden würden jetzt auf die Machbarkeitsstudie warten. Immerhin 14 Gemeinden sind bereits mit im Boot. Befürwortet wird der Naturpark auch vom Kanton. Regierungsrat Jakob Stark hat das Patronat übernommen. Ausserdem zahlt der Kanton 62 000 der insgesamt 110 000 Franken, die die Studie kostet. Seitens des VTL ist Jakob Hug im Projektteam vertreten. Er teilt die Meinung des Noch-Präsidenten nicht. Allerdings betont Hug, dass er den Prozess auch kritisch begleite.

Vorteile sieht er in der Vermarktung von Produkten aus dem Naturpark. Die Wünsche der Landwirtschaft müssten berücksichtigt werden, sagt er. Ein Naturpark biete die Chance, die Landschaft für die Zukunft zu pflegen.

Monika Grünenfelder von Thurgau Tourismus gibt dem Naturpark gute Chancen. Sie sieht Vorteile sowohl für den Gast als auch für die Anbieter. Schweiz Tourismus sei bei den Naturpärken auch dabei. Das biete die Möglichkeit, den Naturpark Seerücken auch international zu vermarkten.

Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura, sagt, dass der Naturpark eine Gelegenheit sei, etwas gemeinsam zu entwickeln. Er betont, dass man keine Wildnis wolle. Der Naturpark sei kein Nationalpark. Vielmehr handle es sich um bäuerliches Kulturland mit hohem touristischem Wert. Aus Sicht des Naturschutzes sieht er Chancen zu einer weiteren ökologischen Vernetzung. «Wo Natur drauf steht, muss auch Natur drin sein», formuliert er seine Ziele.

Die Stärkung des ländlichen Raumes und der Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft sind auch für Markus Harder, Chef des kantonalen Landwirtschaftsamtes, Argumente, um an einem Naturpark mitzumachen. Federführend bei diesem Projekt ist die Regionalplanungsgruppe Frauenfeld. Deren Präsidentin, Anna-Rita Dutly, erklärt, dass mit der Machbarkeitsstudie abgeklärt werde, welches Potenzial das Projektgebiet habe. Wichtig sei auch der Einbezug der Bevölkerung. Nach dem ersten Workshop mit Verbänden, Behörden und Gemeinden werde es am 3.

Juli einen Workshop mit der Bevölkerung geben.

Aushängeschild für die Region

Andreas Bally von der Kreuzlinger Firma BiCon, die die Machbarkeitsstudie erstellt, sagt, ein Naturpark sei natürlich ein Aushängeschild für die Region. Der Bund unterstütze alle Pärke mit jährlich insgesamt 10 Millionen Franken. Heinz Egli, Geschäftsführer der Regionalplanungsgruppe Frauenfeld sieht den Naturpark auf gutem Weg. Bund und Kanton hätten dem Naturpark Seerücken gute Karten attestiert.

Das weitere Vorgehen sehe so aus, dass man Ende September noch einmal informiere. Ende Jahr sei dann die Studie fertig. Bei positivem Ergebnis werde dann eine Charta für den Naturpark mit allen Beteiligten ausgearbeitet. 2011 könne das Bewerbungsdossier ausgearbeitet werden. Frühestens im Herbst 2012 könne die Errichtung des Parks starten.