Sirnachs Variété ist eröffnet

Die Füürbäse-Träger hüllten den Gemeindehausplatz in ein rötliches Licht, Gemeindeammann Baumann liess sich hervorzaubern, Muschelfee Corinne legte ein Tänzchen auf die Bühne: Gestern abend starteten die Fasnächtler in die fünfte Jahreszeit.

Philipp Haag
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Muschelfee Corinne erhält von Gemeindeammann Kurt Baumann das Muschelgeschmeide umgehängt. (Bild: Nana do Carmo)

Muschelfee Corinne erhält von Gemeindeammann Kurt Baumann das Muschelgeschmeide umgehängt. (Bild: Nana do Carmo)

Sirnach. Sie tauchen den Gemeindehausplatz in ein wohlig rotschimmerndes Licht, die 20 Frauen und Männer, die mit ihren lodernden Füürbäse einmarschieren. Es knistert und knackt, dicker Rauch steigt zur katholischen Kirche, umhüllt die wartende Menge. Dazu Orgelklänge vom alten Mann neben der Bühne. Plötzlich ein dumpfer Knall, grüne Teufelchen kommen durch den Vorhang, beginnen, schräge und laute Töne zu spielen – die Gugge Murglaatsche.

Kinder in einem Waldschrat-Kostüm, es sind kleine Zapfe-Mannlis, stürmen die Bretter, lassen Ringe um ihre Arme kreisen, klettern einander auf die Knie, zeigen kleine Akrobatik-Kunststück.

Dann erscheinen Pepe und Tommy, die zwei Clowns vom Circus Balloni, jonglieren zu «Yello» mit Tellern und spucken Flammen gegen den Himmel. Es ist Variété in Sirnach, ein Variété, das den 500 Sirnachern, unter ihnen auffallend viele verkleidete Kinder, gefällt. Sie wippen zu den schrägen-lauten Tönen, applaudieren den Zapfe-Mannli-Minis.

Baumann hervorgezaubert

Und als zwei Muscheldamen dann auch noch den Gemeindeammann, Kurt Baumann, auf die Bühne zaubern, ist klar, die 18. Sirnacher Fasnacht hat etwas Magisches. Baumann ist denn auch gespannt auf «die schrägen Vögel, die bunten Erscheinungen», die in den nächsten Tagen das Dorf bevölkern.

«Doch was ist Sifas Variété ohne die Muschelfee?» Wie auf Kommando öffnet sich die Muschel.

Doch im Innern wartet nicht die Muschelfee, zum Erstaunen aller entsteigen ein paar Mädchen den überdimensionalen Schalen und legen zu «Eminem» einen Hip-Hop-Tanz auf die Bühne. Doch wie hervorgezaubert steht auf einmal Muschelfee Corinne neben ihnen und reiht sich tanzend ein.

Worauf sie gewartet hat

Und dann erhält sie, worauf sie seit dem 11.11. wartet: Das Muschelgeschmeide. Gemeindeammann Baumann hängt es ihr um. Ganz in Gold gekleidet übernimmt sie für die nächsten fünf Tage die Geschicke der Gemeinde.

«Lasst uns in die Welt aus Circus und Theater eintauchen», fordert sie die Fasnächtler auf und eröffnet «die schönste Zeit im Jahr» mit einem lautstarken zapf, zapf, zapf. Den Anfang macht sie gleich selber, folgt sie doch einer den Takt angebenden Gugge ins Dreitannen. Dort findet der SchräägLagBall statt. Gefeiert wird bis tief in die Nacht hinein.

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