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Sirnacher befürchten Schäden

SIRNACH. Vor gut einem Monat reichten empörte Einwohner von Sirnach bei der Gemeinde Einsprachen gegen eine geplante Antenne des Mobilfunkanbieters Orange ein. Beruhigt hat sich die Gemütslage im Dorf seither nicht.
Christof Lampart
Der Mobilfunkanbieter Orange möchte an der Fischingerstrasse 51 in Sirnach eine Natelantenne erstellen. (Bild: Nana do Carmo)

Der Mobilfunkanbieter Orange möchte an der Fischingerstrasse 51 in Sirnach eine Natelantenne erstellen. (Bild: Nana do Carmo)

Zur Erinnerung: Die Politische Gemeinde Sirnach legte während der Herbstferien ein Antennenbau-Gesuch des Mobilfunkanbieters Orange an der Fischingerstrasse 51 auf. Die drei direkt angrenzenden Nachbarn wurden korrekt brieflich informiert. Der grosse Rest der Einspruchsberechtigten allerdings, der wurde nicht benachrichtigt; auch das ist rechtens. Bei einem solchen Bauvorhaben zum Einspruch berechtigt ist, wer in einem Abstand von 840 Metern zum Bauobjekt wohnt oder arbeitet. Und das sind, wenn man einmal auf eine Sirnacher Karte schaut, viele Personen.

Über 200 Unterschriften

Unter der Führung von Nadine Betschart Meza Sanchez – sie ist eine der drei direkt von der Politischen Gemeinde angeschriebenen Personen – kamen innert weniger Tage über 200 Unterschriften zusammen. 189 Sammelunterschriften wurden ebenso fristgerecht eingereicht wie auch viele Einzeleinsprachen. Seitdem ist ein Monat ins Land gegangen, die Wut der Leute über das Bauvorhaben jedoch beileibe nicht verraucht. Für Susann Weisser und ihren Mann ist, gut fünf Monate nach ihrem Umzug ins «schöne Sirnach» eine Welt zusammengebrochen, zumal sie schon früher einmal in der Nähe eine Mobilfunkantenne wohnte und «dort ständig unter Kopfweh und Schlaflosigkeit litt». Verärgert ist Susann Weisser auch darüber, dass die Gemeinde die Bevölkerung nicht umfassend über das Projekt informierte. «Man hätte das zumindest im Gemeindeblatt ausschreiben sollen, selbst wenn das vom rechtlichen Standpunkt nicht nötig ist. Denn eine Mobilfunkantenne, welche ins Wohngebiet ausstrahlt, ist meines Erachtens eine zu heikle Sache, als dass man nur die direkten Anlieger informiert.»

Wie Versuchskaninchen

Eine weitere Dame, welche im Quartier eifrig für das Zusammenkommen der Einsprachen weibelte und selbst Einspruch erhob, nun aber anonym bleiben möchte, versteht nicht, warum es die Antenne braucht: «Wir haben doch in Sirnach schon eine 100prozentige Abdeckung mit dem Mobilfunknetz. Und nur damit Bahnreisende durchgehend mit ihren Laptops im Zug surfen können, muss man doch nicht die Sirnacher Bevölkerung einfach dieser Strahlung aussetzen. Einer Strahlung, von der man heute noch nicht genau weiss, was sie für Langzeitschäden zeitigen kann. Ich finde, wir werden wie Versuchskaninchen von der Behörde behandelt.»

Auswirkungen auf Landpreis

Nicht nur Gesundheitsschäden, sondern auch handfeste ökonomische Interessen machte bei seiner Einsprache Robert Ritter geltend. Der Inhaber der «Rütihof AG» besitzt nämlich rund 80 Meter von der Antenne entfernt Bauland. «Für Interessenten ist eine solche Mobilfunkantenne immer abschreckend, womit sich so eine Antenne sicherlich auch negativ auf den Landpreis auswirken dürfte», macht sich Ritter keinerlei Illusionen, was ein Antennenbau für ihn bedeutete. Er zweifle zudem, ob so eine Antenne zonenkonform sei, wenn sie in unmittelbarer Nähe eines Wohnquartieres gebaut werde, ergänzte Ritter, denn eine Mobilfunkantenne sei ja weder ein Wohn-, noch ein Gewerbebau. Er hätte es sich gewünscht, wenn die Gemeinde Sirnach in dieser Sache genauso sensibel wie auch offensiv reagiert hätte wie zum Beispiel beim Fluglärmproblem.

Auch Silvan Isenring hätte es sich, hätte er von diesem Bauvorhaben gewusst, «zumindest sehr gut überlegt», ob er sich mit seiner Familie am Schwalbenweg 26 niederlassen sollte. «Wir hatten uns darüber gefreut, dass wir in einem schönen Wohnquartier bauen können und müssen nun feststellen, dass vielleicht so ein gesundheitsgefährdendes Ding hierher kommen soll», ärgert sich Isenring.

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