Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SIRNACH: Sirnacher Rennfahrer will in Sidney antreten

Philippe Rötheli hat ein Ziel: Im Oktober will er mit seinem 750-PS-Boliden in Sydney antreten. Für sein Australien-Abenteuer fehlt dem Rennfahrer allerdings noch ein fünfstelliger Betrag.
Olaf Kühne
Noch fehlen Motor, Fahrwerk und Karosserie: Philippe Rötheli steht in seiner Werkstatt vor dem Chassis seines 2006er-Mitsubishi Lancer Evo VIII. (Bild: Olaf Kühne)

Noch fehlen Motor, Fahrwerk und Karosserie: Philippe Rötheli steht in seiner Werkstatt vor dem Chassis seines 2006er-Mitsubishi Lancer Evo VIII. (Bild: Olaf Kühne)

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

Am Anfang war ein Brand. «Vergangenes Jahr hatte ich nur Probleme», sagt Philippe Rötheli. Der Sirnacher steht in seiner Werkstatt in St. Margarethen und blickt auf sein Auto – oder besser gesagt – auf das, was im Mai wieder sein Auto sein wird.

«Der Tiefpunkt der verkorksten Saison 2017 war, dass mein Auto Feuer fing.» Der eigentliche Sachschaden hielt sich dabei mit wenigen hundert Franken zwar in Grenzen, aber: «Der Löschschaum war derart korrosiv, dass mein Auto buchstäblich im Zeitraffer zu rosten anfing», blickt der 30-Jährige zurück.

Wie im Qualifying der Formel 1

Rötheli und seinen Mitstreitern – Familie, Freunde, Kollegen – blieb nichts anderes übrig, als den Boliden von Grund auf neu aufzubauen. Ein Ärgernis, dass sich nun als Glücksfall erweisen könnte. Nach dem Wiederaufbau dürfte der 2006er Mitsubishi Lancer Evo VIII rund 100 Kilo weniger wiegen. «Hier ein Kilo, dort fünf Kilos – es summiert sich», sagt Rötheli. So konnten die Tüftler beispielsweise nur schon bei der Scheibenwischanlage sieben Kilos einsparen. Der Scheibenwischermotor stammt nun aus einem Gabelstapler.

Dass er dieses Jahr überhaupt gebraucht wird, ist indes eher unwahrscheinlich. Denn im Oktober will Philippe Rötheli in Australien an den Start gehen. «World Time Attack Challenge Sydney 2018» heisst die Veranstaltung, welcher der Sirnacher derzeit so ziemlich sein ganzes Privatleben unterordnet. «Das muss man sich wie das Qualifying in der Formel 1 vorstellen», erklärt er. «Es geht darum, wer die schnellste Rundenzeit fährt.» Und da sich immer 20 bis 30 Autos gleichzeitig auf der Rennstrecke befinden, werde den Zuschauern schon einiges an Spektakel geboten. «Diese Rennserie stammt aus Japan», sagt Rötheli. «Sie etabliert sich nun aber auch langsam in Europa.»

Gelernt hat Philippe Rötheli einst Automechaniker. Eine Ausbildung, von der er natürlich heute noch profitiert. Für seine berufliche Laufbahn hat er das Übergwändli dennoch bald an den Nagel gehängt und sich zum Finanzplaner weitergebildet. Und nun beschäftigt er sich mit Autos und mit Finanzen. Ist doch der Rennsport per se schon ein teures Hobby, muss Rötheli für sein Australien-Abenteuer nochmals tiefer in die Tasche greifen. Für dieses Jahr rechnet er mit einem Budget von 45000 Franken – ohne Sachleistungen von Partnern. 20000 kann er selber beisteuern, Sponsoren sind auch bereits mit an Bord. Und für den Rest hat er ein sogenanntes Crowdfunding gestartet (siehe Zweittext).

Im Schiffscontainer nach Australien

«Das Schrauben macht fast genau so viel Spass wie das Fahren», sagt Philippe Rötheli und blickt erneut auf das Chassis seines Mitsubishis. «Dieses Wochenende montieren wir den Motor.» 2,3 Liter Hubraum, vier Zylinder – und seine 750 PS im fahrfertig 1200 Kilo schweren Auto versprechen fulminate Fahrleistungen. «Schnell war er letztes Jahr schon, nun muss er noch zuverlässig werden», sagt Rötheli und lacht.

Bereits eine Woche später geht’s dann nach Märwil. Bei Michael Sutters MS Racing werden Karosserie und Karbondach montiert. Und im Mai schliesslich stehen Testfahrten im französischen Anneau du Rhin auf dem Programm. Philippe Rötheli hofft, dass dann alles passt. Denn viel Zeit bleibt danach nicht mehr. Ende Juli verschwindet der Mitsubishi in einem Schiffscontainer. «Wenn alles rund läuft, darf ich ihn zu Weihnachten wieder auspacken», sagt Rötheli und lacht erneut.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.