SIRNACH: Nach drei Jahren neu starten

Die Fachstelle Schuldensanierung hat den ersten Standort in der Ostschweiz eröffnet.

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Es kann jeden treffen. Die Schuldenfallen könnten unterschiedlicher nicht sein. Es gibt Leute, welche sich durch das Gamen verschulden, aber auch Gerichtshonorare und hohe Anwaltskosten können ordentlich am Portemonnaie zupfen. Einer der häufigsten Gründe jedoch, warum Menschen sich verschulden, sind Konsumkredite.

Erstmals von den Sorgen der Schulden gefangen, ist der Ausweg meistens nicht einfach. Doch Beratungsstellen, wie die Fachstelle Schuldensanierung eine ist, helfen betroffenen Personen den Weg in ein schuldenfreies Leben zu finden.

Mitten im Dorfzentrum

Die Fachstelle Schuldensanierung (FSS) hat drei Standorte; einen in Thun, einen in Lyss und seit Juni 2017 auch einen in der Ostschweiz, in den Räumlichkeiten der Stiftung Lebenswert. Mitten im Zentrum von Sirnach an der Fischingerstrasse 13, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt, befindet sich die neue Fachstelle Ostschweiz, die bis Ende Mai von der Stiftung Lebenswert geführt wurde.

Die Fachstelle arbeitet weiterhin mit der Stiftung Lebenswert zusammen. Sie bietet zum einen Schuldensanierungen und zum anderen aber auch Lohnverwaltungen an. Verschuldete Personen können sich hier beraten und begleiten lassen. Es ist das Ziel der Fachstelle, verschuldete Einzelpersonen oder Familien mit ihrem Fachwissen durch den Dschungel von Gesetzen und Willkür sowie aus dem Teufelskreis von Verschuldung, Entmutigung und Verarmung zu führen.

Unangenehmes Thema

Die Personen, die sich verschulden, fühlen sich oft unwohl in der Situation und wollen nicht über dieses Thema sprechen. Es kommt auch dann und wann vor, dass nicht einmal der Lebenspartner vom ganzen Schuldenberg etwas weiss.

Es sei wichtig, dass die Leute wissen, dass sie sich nicht schämen müssen, wenn sie Hilfe brauchen und sie sich an eine Beratungsstelle wenden, betonen die Fachpersonen. Sobald sich eine Person bei der Fachstelle meldet, erhält sie einen Termin.

Die Fachperson bietet eine unverbindliche Erstberatung an. Dabei analysiert sie das Budget sowie die Schuldenlage und versucht, den verschuldeten Personen mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Bei Bedarf werden nach gegenseitiger Übereinkunft auch gerichtliche Verfahren eingeleitet.

Die Fachstelle übernimmt Sachverwaltermandate und führt Gläubigerverhandlungen durch. Von den verschuldeten Personen wird stets eine Kooperation erwartet. Sollte jemand bei einer Beratung Schulden verheimlichen, würde die Fachstelle das Mandat sofort niederlegen.

Verläuft alles nach Plan, sollte die verschuldete Person nach etwa drei Jahren ohne Schulden neu starten können. (red)