SIRNACH: Ja zur Dreifachturnhalle

Der Bau einer neuen Sporthalle am Birkenweg war an der Gemeindeversammlung kaum umstritten. Der Souverän hiess einen entsprechenden Planungskredit gut.

Christof Lampart
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Die Gemeinde kann den Umbau der «Alten Migros» planen, da die Stimmbürger den entsprechenden Kreditantrag bewilligt haben. (Bild: Olaf Kühne)

Die Gemeinde kann den Umbau der «Alten Migros» planen, da die Stimmbürger den entsprechenden Kreditantrag bewilligt haben. (Bild: Olaf Kühne)

Christof Lampart

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

«Wichtige Geschäfte» stünden an, sagte Gemeindepräsident Kurt Baumann am Mittwochabend. Er verwies damit auf die Traktandenliste der Gemeindeversammlung. Mit den beiden Kreditanträgen für die Dreifachhalle Birkenweg und die Umnutzung der Liegenschaft «Alte Migros» habe man gar über Geschäfte zu befinden, welche für die Gemeinde zukunftsweisenden Charakter hätten. So verwunderte es kaum, dass die Diskussion um die Dreifachhalle unter den 194 Stimmberechtigten im Gemeindezentrum Dreitannen intensiv geführt wurde.

In diversen Voten machten vom Sirnacher Gemeinderat Kurt Baumann, Urs Schrepfer und Samuel Mäder deutlich, dass alleine für die Platzbedürfnisse der Schule, eine Zweifachhalle ausreichen würde. Eine Dreifachhalle sei jedoch zukunftsgerichteter, so Mäder, da mit einer solchen auch der wachsenden Platznot der hiesigen Vereine begegnet werden könne. Aktuell sei die Lage so, dass nicht mehr alle Klassen in Sirnach turnen können und die Hallen am Abend komplett durch die Sportvereine belegt seien. Zudem könnten heute Sirnacher Vereine gewisse Veranstaltungen nicht in der eigenen Gemeinde durchführen, da dafür schlicht der Platz fehle.

Sympathien für Projekt wurden deutlich

Das Bedürfnis sei sowohl von der Schule als auch von den Vereinen und der Gesellschaft her ausgewiesen. «Die einzige Frage ist, ob wir uns das Projekt leisten wollen», so Baumann, welcher die Kosten auf 12 bis 14 Millionen Franken schätzte.

In der Diskussion zeigte sich schnell, dass niemand etwas gegen die eine Dreifachhalle einzuwenden hatte. Zu reden gab jedoch die schlechte Statik des vorgesehenen Baugrunds und die Frage, ob man, in Zeiten des verdichteten Bauens, 40 oberirdische Parkplätze planen müsse. Ein Sprecher der FDP regte an, sich über den Bau einer Tiefgarage Gedanken zu machen. Zum einen könne man so wertvolle Flächen im Zentrum schonen und zum anderen für eine bessere Statik sorgen.

Weitere Voten stützten diese Sicht. Baumann erklärte, dass die Gemeinde sich nicht dagegen wehre – im Gegenteil; doch sei dies vor allem eine Kostenfrage. Man wollte für den Architekturwettbewerb keine Vorgabe machen, damit die Teilnehmer möglichst frei in der Planung seien, erklärte Mäder. Schlussendlich hiess der Souverän den Planungskredit von 480000 Franken mit 165 Ja zu 8 Nein gut.

Keinerlei Diskussion entspann sich um den Planungskredit in der Höhe von 95000 Franken für die Umnutzung der «Alten Migros». Diese wolle man so umbauen, dass darin auf Ende 2019 hin die Schul- und Gemeindebibliothek, der Jugendtreff und die Mütter- und Väterberatung neu Platz finden können.

Deren bisherige Standorte werden von Schule und Gemeinde anderweitig genutzt werden. Baumann verwies darauf, dass insbesondere die Bibliothek unter akutem Platzmangel litte. Der neue Standort im Zentrum sei hingegen nicht nur massiv grösser, sondern sei ideal, um auch viele Passanten anzulocken, so Baumann. Der Souverän hiess den Planungskredit mit grossem Mehr gut.

Hohe Investitionen und tiefere Steuereinnahmen

Mit einem ähnlichen Stimmenverhältnis hiessen die Stimmberechtigten auch das Budget 2018 gut, das – trotz Besserstellungen in den meisten Bereichen – von einem Aufwandüberschuss von 636000 Franken ausgeht. Dieses sei, so Baumann, auf tiefere Steuereinnahmen zurückzuführen. Bereits die Budgetierung 2017 sei zu optimistisch gewesen, räumte der Gemeindepräsident ein. Da das Eigenkapital der Politischen Gemeinde jedoch hoch sei, beantragte der Gemeinderat, den bisherigen Steuerfuss von 150 Prozent beizubehalten. Im gleichen Atemzug wurde das Investitionsbudget 2018 genehmigt, dass Nettoinvestitionen von rund 5,2 Millionen Franken vorsieht. Mit einem Ja-Stimmenanteil von zwischen 142 bis 160 wurden zudem die zwölf Einbürgerungsgesuche von 20 Personen gutgeheissen.

Ebenso grossmehrheitlich wurde die Änderung des Reglements über das Landkreditkonto durchgewunken, nach welchem die Politische Gemeinde nun über eine Kreditlimite von fünf Millionen Franken für den Grundstückerwerb verfügt.