SIRNACH: Es ist ein Hornbach

Die Rimaplan AG hat für den geplanten Fachmarkt Ebnet einen Hauptmieter gefunden. Das 16 Jahre alte Projekt steht damit kurz vor der Realisierung. Eine letzte Hürde gibt es allerdings noch.

Roman Scherrer
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Der Fachmarkt Ebnet entsteht zwischen der Portas AG und der Autobahn A1. (Bild: Olaf Kühne)

Der Fachmarkt Ebnet entsteht zwischen der Portas AG und der Autobahn A1. (Bild: Olaf Kühne)

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Kaspar Villiger ist Bundespräsident, der Euro wird als Bargeld eingeführt und Brasilien gewinnt die Fussball-Weltmeisterschaft. Das war 2002. Damals ist in Sirnach auch ein Vorprojekt gestartet worden, welches den Bau eines Fachmarktes im Gebiet Ebnet vorgesehen hatte. Eine Petition und Einsprachen aus der Bevölkerung verhinderten jahrelang die Realisierung, bis vor rund dreieinhalb Jahren eine rechtskräftige Baubewilligung vorlag. Das nächste Hindernis: Die Projektentwicklerin, die Regensdorfer Rimaplan AG, findet lange Zeit keinen Hauptmieter für das geplante Einkaufszentrum.

Seitens Rimaplan war bisher zu hören, man stecke mitten in Verhandlungen mit Interessenten. Nun ist ein Hauptmieter gefunden. Der deutsche Baumarkt-Betreiber Hornbach wird das Erdgeschoss des Fachmarkts beziehen und in Sirnach seine erste Filiale in der Ostschweiz eröffnen (siehe Kasten). Das Projekt rückt dadurch einen Schritt näher an die Realisierung.

Konkurrenz in Rickenbach und Wil

«Wir sind immer auf der Suche nach geeigneten Standorten», sagt der Marketingleiter von Hornbach, Reto Kaspar. Mit Sirnach könne man nun ein Gebiet erschliessen, das sich in der Standortprüfung etwa hinsichtlich der Bevölkerungsstruktur als sehr interessant erwiesen habe. Mit dem Coop Bau und Hobby in Rickenbach und dem Migros Do It + Garden in Wil wird Hornbach zwei Konkurrenten in der nahen Umgebung von Sirnach vorfinden. «Ich denke nicht, dass der Standort zu nahe an der Konkurrenz liegt», so Kaspar. Ausserdem sei es für die Konsumenten gut, wenn sie eine Auswahl von Anbietern in der Region vorfinden. «Und mit unserem Sortiment, das sich stark auf Baumarktartikel konzentriert, grenzen wir uns von anderen Anbietern ab.»

Aufgrund von Zahlen aus anderen Filialen in der Schweiz geht Reto Kaspar von ungefähr 100 Arbeitsplätzen aus, welche Hornbach nach Sirnach bringen wird. Laut dem Mediensprecher der Rimaplan AG, Miklos Hedrich, habe man für einen Hauptmieter mehrere Möglichkeiten in Erwägung gezogen. «Wir haben Hornbach im Fokus gehabt. Dass dies nun geklappt hat, ist ein Glücksfall», so Hedrich. «Der Umstand, dass Hornbach nun kommt, wird aus Erfahrung weitere Interessenten hervorbringen, welche sich als gute Ergänzung zum Angebot des Baumarkts sehen.» Aus der Medienmitteilung von Hornbach geht hervor, dass im Obergeschoss des Fachmarkts Geschäfte aus den Bereichen Food, Near-Food, Gastronomie und Dienstleistungen vorgesehen sind. Aufgrund von laufenden Verhandlungen kann Miklos Hedrich noch nicht genauer sagen, welche Geschäfte dies sein könnten. «Das Ziel ist es, dass wir das noch in diesem Jahr kommunizieren können».

Neues Baugesuch nötig

Die Baubewilligung für den Fachmarkt wurde ursprünglich im Oktober 2014 ausgestellt und anschliessend zweimal verlängert. Derzeit ist sie noch bis Oktober 2018 gültig. «Mit Hornbach als Hauptmieter haben wir nun eine neue Situation, welche die neue Eingabe eines Baugesuches erfordert», sagt Hedrich. Diese Eingabe soll im Zeitraum von April und Mai erfolgen.

«Ich gehe davon aus, dass es dann eine öffentliche Auflage geben wird», sagt der Sirnacher Gemeindepräsident Kurt Baumann. Ist dies der Fall, dürfte diese Auflage für das Projekt Fachmarkt Ebnet nach 16 Jahren die letzte Hürde vor der Realisierung darstellen. In welchem Jahr die Eröffnung stattfinden wird, können sowohl Hornbach als auch Rimaplan derzeit noch nicht sagen, weil dies vom Verlauf des Bewilligungsverfahrens abhängt.

Im Oktober sollte planmässig mit dem Bau der nächsten Etappe der Spange Hofen begonnen werden. Die Bauarbeiten werden dabei jenen des Fachmarkts nicht in die Quere kommen. «Von der Q20 bis zum Fussballplatz ist die Spange bereits gebaut. Und das Gebiet Ebnet ist auch schon erschlossen», sagt Kurt Baumann.

Ist der Fachmarkt einmal gebaut, wird er über eine Buslinie mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sein. Die Linie 756 von St. Margarethen über Sirnach nach Eschlikon wird mit dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember eingeführt. «Von Münchwilen her wird die erste Haltestelle in Sirnach zunächst an der Oberhofenstrasse sein», sagt Hans Koller, Leiter Markt bei der Busbetreiberin Wil Mobil. Sobald der Fachmarkt steht, wird die Buslinie um eine Haltestelle im Ebnet ergänzt.