Sirnach erhöht Steuern erneut

SIRNACH. Das zweite Jahr in Folge muss die Gemeinde Sirnach den Steuerfuss nach oben anpassen. Waren es vergangenes Jahr zwei Prozentpunkte, fällt der Schritt jetzt gar dreimal so hoch aus. Ausschlaggebend sind die Sozialkosten.

Olaf Kühne
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Gemeindeammann Kurt Baumann und Schulkommissionspräsident Urs Schrepfer präsentieren das Budget der neuen Einheitsgemeinde Sirnach. (Bild: Olaf Kühne)

Gemeindeammann Kurt Baumann und Schulkommissionspräsident Urs Schrepfer präsentieren das Budget der neuen Einheitsgemeinde Sirnach. (Bild: Olaf Kühne)

«Im kantonalen Vergleich stehen wir immer noch gut da», sagte Gemeindeammann Kurt Baumann an der gestrigen Pressekonferenz. Thema waren die Budgetgemeindeversammlung und ihre Traktanden. Wenig Spektakuläres auf den ersten Blick. Ein ausgeglichenes Budget, eine notwendige Strassensanierung, die üblichen Einbürgerungen.

Schulbudget unverändert

Die Rechnung mit der sprichwörtlichen roten Null – budgetiert ist ein Verlust von 3400 Franken – wird aber nur aufgehen, wenn die Stimmbürger in drei Wochen einen Antrag des Gemeinderates gutheissen: den Steuerfuss um sechs Prozentpunkte anheben. Dies, nachdem bereits vor einem Jahr die damals noch getrennten Politische und Schulgemeinde die Steuern netto um zwei Prozent erhöhen mussten. Einer Senkung der Schulsteuern um zwei Prozent stand damals ein Anstieg der Gemeindesteuern um vier Punkte gegenüber.

Kommendes Jahr nun wird die Schule, die ab 1. Januar in die Politische Gemeinde integriert sein wird, gleich viel Geld beanspruchen wie bis anhin. Auch aus den meisten anderen Bereichen des Sirnacher Budgets sind kaum höhere Ausgaben zu vermelden. Mit einer grossen Ausnahme: Die Sozialkosten steigen und steigen.

Gesundheitskosten steigen

Nicht die Ausgaben für die Sozialhilfe, wie landläufig angenommen. Diese Kosten sind in Sirnach seit vier Jahren stabil. Hingegen steigen die Gesundheitskosten stetig. Gab Sirnach beispielsweise 2007 noch 170 000 Franken für die Spitex aus, werden es nächstes Jahr 550 000 Franken sein; mehr als das Dreifache. Ähnliche Steigerungen verzeichnet die Gemeinde bei der Pflegefinanzierung und den Kosten für die Krankenversicherungen.

«140 000 Franken machen gleich ein Steuerprozent aus», gab Baumann gestern zu bedenken – und: «Mit neu 150 Prozent werden wir den gleichen Steuerfuss wie Eschlikon haben.»

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