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SIRNACH: Der Zusammenschluss ist gescheitert

Die Gemeinden agieren in Integrationsangelegenheiten lieber autonom. Das zeigen die Ergebnisse der dreijährigen Testphase des Kompetenzzentrums. Es wird Ende Jahr eingestellt.

Der Wille war gross, die Vision grenzüberschreitend, als Sirnach vor rund drei Jahren das Pilotprojekt KOI ins Leben gerufen hat. Das Kompetenzzentrum für Integration sollte eine zentrale Anlaufstelle für Integrationslösungen im Bezirk Münchwilen sein. Die Förderung der deutschen Sprache und die berufliche Einbindung von Migranten standen dabei im Zentrum. Doch die Erkenntnisse nach der Testphase fallen laut Gemeindepräsident Kurt Baumann ernüchternd aus.

So unbefriedigend, dass der Gemeinderat beschlossen hat, das KOI ab Januar 2018 nicht mehr weiterzuführen. «Wenn man merkt, das ursprüngliche Ziel nicht erreicht zu haben, muss man den Mut haben und einen Schlussstrich ziehen», sagt Baumann zum Entschluss. Das Kompetenzzentrum in Sirnach wurde 2014 im Rahmen des Kantonalen Integrationsprogramms gegründet. Die örtliche Gemeinde und der Kanton Thurgau einigten sich auf eine befristete Führung des KOI bis zum 31. Juli 2017. Neben Sirnach schlossen sich dem Verbund weitere Bezirksgemeinden an. Aadorf, Bettwiesen, Braunau, Eschlikon, Rickenbach und Fischingen stiessen dazu.

Individuelle Angebote konkurrieren sich

Im damaligen Entscheid wurde festgehalten, dass vor Ablauf der Testphase der Nutzen sowie die Notwendigkeit einer zentralen Integrationsanlaufstelle überprüft werden. Dies ist nun geschehen. «Der Nutzen des Kompetenzzentrums ist von den ­Mitgliedergemeinden in einer Umfrage eher tief bewertet worden», erklärt Baumann. Dafür seien verschiedene Gründe ausschlaggebend. «Wir mussten zunehmend feststellen, dass jede Gemeinde das Thema Integration individuell und gemeindespezifisch löst.» Das sei auch am Beispiel der Nachbargemeinde Eschlikon zu sehen. Obwohl die Kommune Mitglied des Integrationsverbundes ist, hat sie im vergangenen Jahr eine eigene Inte­grationskommission ins Leben gerufen. Auch jene Gemeinden aus dem Bezirk Münchwilen, die nicht dem KOI-Zusammenschluss beigetreten sind, hätten autonome Programme lanciert.

Zentrale Integrationsange­bote seien laut Baumann sehr schwierig zu realisieren. Die Erfahrung habe gezeigt, dass diese idealerweise direkt in der entsprechenden Gemeinde angeboten werden. «Das ist für die Asylsuchenden ein Vorteil.» Zudem hat auch der Kanton seit 2014 autonome Integrationsprojekte forciert. Dies habe die Ausgangssituation und die Notwendigkeit des KOI zusätzlich in Frage gestellt. Nichtsdestotrotz will Sirnach weiterhin das Sprachcafé sowie Deutschkurse für Ausländer anbieten. «Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration», sagt Baumann. An diesem Modell möchte der Gemeindepräsident auch weiterhin festhalten.

Sandra Grünenfelder

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andra.gruenenfelder @thurgauerzeitung.ch

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