SIRNACH: Der Pirat steigt aus der Schatztruhe

Das diesjährige Thema der ökumenischen Kinderwoche Sirnach ist Wasser. Nebst dem Einstudieren eines Liedes pflanzen die Kinder Gemüse, stauen Wasser und malen Fische aus. Morgen ist in der evangelischen Kirche die Schlussvorführung zur 20. Durchführung der Sonderwoche.

Adrian Grzonka
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Roland Pöschl erzählt den Kindern die Geschichte vom Propheten Jona. (Bild: Adrian Grzonka)

Roland Pöschl erzählt den Kindern die Geschichte vom Propheten Jona. (Bild: Adrian Grzonka)

SIRNACH. Zwischen den Fischen wird kurz vor neun noch Federball gespielt. Schlägt die Kirchenglocke dann zur vollen Stunde, sammeln sich die Kinder in ihren Teams: Jene mit gelben T-Shirts gruppieren sich unter der Stange mit dem gelben Fisch, die orange bekleideten unter dem Kartonfisch ihrer Couleur.

Mit diesem Besammlungsritual beginnt allmorgendlich das Tagesprogramm der ökumenischen Kinderwoche Sirnach (KiWoSi). Sind die Kinder und Jugendlichen erst einmal gezählt, geht es in die Kirche zum Morgenlied. «Dä Jona isch uf dä Flucht, grad wenn me ihn so dringend brucht», singen die rund 50 Kinder und ihre Leiter. Der Prophet Jona habe den Weg durch den Bauch eines Waals gehen müssen, bis er seine Lektion gelernt habe, erzählt danach Roland Pöschl, einer der Hauptleiter. Er hat das Programm zum diesjährigen Thema Wasser mitgestaltet.

Kaum sind die Kinder aus dem Kirchenschiff und wieder im Freien, geht es in Gruppen zu den Projekten. Das Team von Hilfsleiter Simon bricht ins Bachtöbeli auf, um einen Barfüsserweg zu bauen und Wasser zu stauen. Selbst bevor es losgeht, sind Flüssigkeiten das Thema: «Habt ihr alle eure Regenjacke? Muss jemand noch aufs Klo?»

Gruppe blau ist an diesem Tag bei der Firma «Egli Grün» zu Gast. Dort Pflanzen die Kinder Salate, Kohlrabi und anderes Gemüse in Töpfe ein. Passend zum Wochenthema gibt es dazu ein Quiz zum Wassergehalt der Gemüsesorten. «Tomaten bestehen aus 95 Prozent Wasser», staunt Severin.

Eine Art Sozialisierungsagentur

Auch wenn Geschichten aus der Bibel in den vergangenen Jahren häufig Teil des Programms gewesen seien, habe die Kinderwoche Sirnach keine Vorgaben der Kirche zu befolgen. «Auch Bauchtanz haben wir in vergangenen Jahren in der Kinderwoche gemacht», sagt Pöschl. «In der ersten Sommerferienwoche ist die Kirche jeweils eine Art Sozialisierungsagentur und für Kinder aller Konfessionen und Religionen offen», betont er. Das Ziel sei es aber auch, dass einige Kinder in die Kirche hineinwüchsen. «Eine Jugendliche ist bereits zum 10. Mal dabei – dieses Jahr als Hilfsleiterin» sagt Mitorganisatorin Shaila Vaiano.

Ein Dankeschön an die Helfer

Der Höhepunkt der Woche ist am Freitag. Dann wird das Resultat der Woche gezeigt. Nebst dem gelernten Lied werden dem Publikum die Gegenstände präsentiert, welche die Kinder während der Woche gemacht haben. Das Highlight des Abends ist aber ein Pirat: Dieser wird aus der Schatztruhe entsteigen und Helfer und Kinder beschenken.

Die öffentliche Schlussveranstaltung ist am Freitag, 16.30 Uhr, in der evangelischen Kirche Sirnach.

Das Organisationsteam der Kinderwoche Sirnach: Shaila Vaiano, Roland Pöschl und Tanja Siegenthaler. (Bilder: Adrian Grzonka)

Das Organisationsteam der Kinderwoche Sirnach: Shaila Vaiano, Roland Pöschl und Tanja Siegenthaler. (Bilder: Adrian Grzonka)