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SIRNACH: 500 Franken statt Kursangebot

Der Gemeinderat hat entschieden, die gemeindeeigenen Deutschkurse einzustellen. Er betrachtet das Angebot nicht als Kernaufgabe einer Gemeinde.
Roman Scherrer

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Seit Beginn des Jahres 2014 hat die Gemeinde Sirnach das Kompetenzzentrum Integration (KOI) des Bezirks Münchwilen geführt. Im März hat der Gemeinderat entschieden, das Projekt nach einer dreijährigen Pilotphase nicht weiterzuführen. In diesem Zusammenhang fiel nun der Entscheid, dass die Gemeinde ab dem 1. Februar 2018 keine eigenen Deutschkurse für Erwachsene mehr anbieten wird. Davon betroffen sind neben Sirnach auch die Gemeinden Aadorf, Bettwiesen, Braunau, Eschlikon, Fischingen und Rickenbach, für welche Sirnach die Deutschkurse im KOI durchgeführt hat. Der Entscheid führt dazu, dass das Anstellungsverhältnis mit den Deutschlehrerinnen per Ende Januar 2018 aufgelöst wird.

«Überschneidungen mit dem Kanton»

Der Gemeinderat begründet die Aufhebung des KOI damit, dass die Gemeinden im Bezirk unterschiedliche Integrationsmassnahmen benötigen. In der Pi­lot­phase sind nur sieben von 13 Gemeinden dem Projekt beigetreten. Die Integration von Migranten erachtet der Gemeinderat zwar als wichtig, allerdings sieht er das Angebot von Deutschkursen nicht als eine Kernaufgabe der Gemeinde an. «Ausserdem gibt es bereits viele Angebote an Deutschkursen. So hatten wir etwa Überschneidungen mit den Integrationsprogrammen des Kantons», sagt Gemeindepräsident Kurt Baumann. Durchschnittlich haben 15 Personen die Deutschkurse für Erwachsene besucht. Zudem besuchen auch die 29 Asylbewerber in Sirnach über die Sozialen Dienste einen Deutschunterricht. «Diese Kurse sind vom Entscheid nicht betroffen und werden wie bis anhin weitergeführt», sagt Baumann. Anstatt eigene Deutschkurse anzubieten, leistet die Gemeinde Sirnach ab Februar 2018 einen finanziellen Beitrag von 500 Franken an Migranten, die einen Deutschkurs absolvieren. Voraussetzung ist ein Beleg über die bezahlten Kurskosten und ein Abschluss auf dem Sprachniveau A2 oder höher. Dies entspricht etwa den sprachlichen Anforderungen für eine Einbürgerung.

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