Sinnieren auf dem Gottesacker

Seit kurzem steht die Skulptur «Ikariden» von Ursula Fehr auf dem Friedhof Oberkirch in Frauenfeld. Die Plastik verbindet Diesseits und Jenseits.

Stefan Hilzinger
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Künstlerin Ursula Fehr, der städtische Kulturbeauftragte Christof Stillhard, Stadtpräsident Anders Stokholm und Stadtschreiber Ralph Limoncelli begutachten die «Ikariden». (Bild: Stefan Hilzinger)

Künstlerin Ursula Fehr, der städtische Kulturbeauftragte Christof Stillhard, Stadtpräsident Anders Stokholm und Stadtschreiber Ralph Limoncelli begutachten die «Ikariden». (Bild: Stefan Hilzinger)

FRAUENFELD. Nach den strengen Formen und Farben Natale Sapones am Mittwoch, gestern Donnerstag nun zwei geflügelte Wesen von Ursula Fehr. Gleich zwei Kunstwerke durfte die Stadt Frauenfeld diese Woche im öffentlichen Raum vorstellen. Die Bronzeplastik «Ikariden» steht seit kurzem als Leihgabe auf der Freifläche beim Mammutbaum im Friedhof Oberkirch.

Die Künstlerin, Trägerin des Thurgauer Kulturpreises 1996, ist im Kanzler-Quartier aufgewachsen und wohnt heute in Weingarten-Kalthäusern. «Als Kinder haben wir hier viel gespielt und die schönen Zapfen eingesammelt», sagt Ursula Fehr.

Für Stadtpräsident Anders Stokholm passt die Skulptur bestens auf einen Friedhof. «Hier gehen die Menschen in sich. Die Plastik regt zum Nachdenken an», sagt Stokholm. Die Figur zeige auf das Jenseits, sei aber dennoch auf der Erde verwurzelt. Ikariden heisst die Skulptur, weil sie Abkömmlinge des sagenhaften Ikarus darstellt. Dessen Flügel aus Wachs sind in der heissen Sonne geschmolzen, worauf er abstürzte. «Eigentlich hat er ja keine Abkömmlinge – oder vielleicht doch?», fragt Fehr.