Signal für einen ufernahen Seeuferweg

RORSCHACHERBERG. Das Ergebnis einer Umfrage der Gemeinde Rorschacherberg zum umstrittenen Seeuferweg im Abschnitt Neuseeland ist erstaunlich: Eine Mehrheit der Bevölkerung will einen Fussweg am Ufer. Dies, nachdem ein geplanter Steg im See 2015 mit 78 Prozent Nein-Stimmen verworfen worden war.

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RORSCHACHERBERG. Das Ergebnis einer Umfrage der Gemeinde Rorschacherberg zum umstrittenen Seeuferweg im Abschnitt Neuseeland ist erstaunlich: Eine Mehrheit der Bevölkerung will einen Fussweg am Ufer. Dies, nachdem ein geplanter Steg im See 2015 mit 78 Prozent Nein-Stimmen verworfen worden war.

Die Meinungsumfrage wurde im Januar von der Fachhochschule St. Gallen durchgeführt, basierend auf der Vorarbeit einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Ortsparteien, der Grundeigentümer (IG Neuseeland), Seeuferwegbefürwortern, dem Kanton und dem Gemeinderat. Von den 4390 an alle Stimmberechtigten verschickten Fragebogen wurden 1873 ausgefüllt retourniert – die Rücklaufquote ist mit 42,6 Prozent also hoch. Deshalb könne die Umfrage als repräsentativ gelten, meint der Gemeinderat.

Fussweg im Seeuferbereich

Mit 70 Prozent Zustimmung unbestritten ist der Wunsch nach einer attraktiveren Fussgänger- und Radverbindung zwischen dem Industrieareal Kopp und dem Hörnlibuck. Dabei wird ein kombinierter Weg entlang der Kantonsstrasse von nur 38 Prozent unterstützt. Eine Mehrheit von 53 Prozent wünscht sich zusätzlich zum Radweg entlang der Strasse eine Lösung für Fussgänger «direkt im Uferbereich des Bodensees», wie es heisst. Für den Veloweg ist der Kanton zuständig, für den Fussweg die Gemeinde. Als Optionen genannt werden ein Steg nahe am Ufer, ein Weg über eine Vorschüttung – oder direkt das Ufer entlang; dies müsste mittels Enteignung durchgesetzt werden. Während die Gegner eines Uferwegs einen einheitlichen Block bildeten, teilen sich die Befürworter laut Mitteilung «je nach favorisierter Variante in verschiedene Lager auf». Der Gemeinderat will die Arbeitsgruppe einsetzen, «um die Interessen für einen mehrheitsfähigen Vorschlag zu bündeln» – Basis für ein neues Projekt mit Kostenvoranschlag. Dieses sei die Grundlage, um die Bewilligungsfähigkeit und Mitfinanzierung beim Kanton zu klären und einen Ausführungskredit zu beantragen.

Interessante Bemerkungen

Im Umfragebericht, nachzulesen auf der Gemeinde-Homepage, sind alle Kommentare der Teilnehmer aufgelistet – 20 Seiten, auf denen sich die ganze Bandbreite der Diskussion zeigt. Eine für die Thematik exemplarische Stimmensammlung; auch mit Blick auf Nachbargemeinden und Expo-Ideen für einen durchgehenden Uferweg am Bodensee. Pikant: Mehrfach verlangen Uferwegfreunde, dass der frühere Gemeindepräsident Ernst Tobler «die Suppe auslöffeln und bezahlen soll». (mel)