Sieg für Eberles Erfahrung

Selten war die Ausgangslage vor einer SVP-Delegiertenversammlung so spannend. Mit alt Regierungsrat Roland Eberle und Kantonsrat Urs Schneider standen sich zwei Kandidaten für den Ständerat gegenüber, die sich in vielem gleichen.

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Selten war die Ausgangslage vor einer SVP-Delegiertenversammlung so spannend. Mit alt Regierungsrat Roland Eberle und Kantonsrat Urs Schneider standen sich zwei Kandidaten für den Ständerat gegenüber, die sich in vielem gleichen. Sie vertreten den pragmatischen Kurs der Thurgauer SVP, sind konsensorientiert, stehen der Landwirtschaft nahe und sind klar gegen den EU-Beitritt und gegen den EU-Agrarfreihandel.

Das Resultat fällt nun deutlicher aus als erwartet. Mit 181 zu 114 Stimmen entschieden sich die SVP-Delegierten gestern abend klar für Eberle, und das hat Gründe: Auf den zweiten Blick gibt es sehr wohl Unterschiede zwischen den Kandidaten, die sich vor den Delegierten offenbarten. Eberle war souverän, locker, schilderte seine Erfahrungen als Bauernsekretär, Regierungsrat und Geschäftsführer von Sia, bezeichnete sich als Brückenbauer. Schneider wirkte energisch und dynamisch wie immer, aber auch angespannt und mit deutlichem Bezug zur Landwirtschaft, auch wenn er weitere Schwerpunkte nannte. Eine Mehrheit der Delegierten war zu Recht überzeugt, dass Eberle mehr Erfahrung, ein breiteres Wissen und mehr staatsmännisches Auftreten mitbringt – wichtige Qualitäten, um den Thurgau im Ständerat zu vertreten.

Eberle kann sich nach gestern abend denn auch gute Chancen ausrechnen, Hermann Bürgi im Stöckli zu beerben, dies trotz grosser Konkurrenz. Mit seiner moderaten Art wird er auch viele Stimmen in der bürgerlichen Mitte holen. Spannender dürfte die Frage sein, wer neben ihm vom Volk das Ticket nach Bern erhalten wird.

Marc Haltiner

m.haltiner@thurgauerzeitung.ch

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